Sie müssen heute über sich hinauswachsen, damit es mit einem Sieg gegen Frankreich klappen kann: Die beiden türkischen Stars Cedi Osman (l.) und Alperen Şengün. Foto: FIBA

Am heutigen Samstag beginnt in Berlin die K.o.-Phase bei der Basketball-Europameisterschaft. Die Türkei ist gleich zum Auftakt gegen Frankreich gefordert. Verzichten muss sie ab sofort auf Shane Larkin.

Do or die: In weniger als einer Stunde erfolgt der Startschuss für das erste Achtelfinalspiel der Basketball-EM. Dabei trifft die Türkei um 12.00 Uhr (live auf NTV Spor und Magenta Sport) in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin auf Frankreich. Tickets sind laut der Fiba-Website noch zu haben.

Lautstarke Unterstützung von den Rängen wird wohl nicht nur wegen der ungewöhnlich frühen Spielzeit nötig sein, sondern vor allem angesichts des Schocks, den das Team von Headcoach Ergin Ataman am Freitag verdauen musste. Es muss gegen Frankreich und im Falle eines Weiterkommens bei der gesamten EM auf Spielmacher und Starspieler Shane Larkin verzichten, der in der Gruppenphase mit einer Fingerverletzung auflief und sichtlich von dieser beeinträchtigt wurde. „Es ist jetzt nicht die Zeit für Ausreden“, gab Ataman die schlechte Nachricht bekannt. „Wir sind bereit und das ist jetzt auch die Chance für andere Spieler, sich zu zeigen.“ Es ist das insgesamt 50. Duell gegen „Les Bleus“. 16 türkischen stehen 33 französische Siege gegenüber.

Ataman nicht gut auf die Fiba zu sprechen

Zugleich nutzte Ataman die Gelegenheit, um nochmal gegen den Basketballverband Fiba auszuteilen. Es sei nicht gerecht, dass das Spiel bereits um 12 Uhr beginne. Die Türkei habe eine weite Anfahrt gehabt (die Gruppenspiele fanden im georgischen Tiflis statt, Anm. d. Red.), Frankreich hingegen war in Köln und hatte dadurch mehr Zeit, sich vorzubereiten. „Das ist keine gute Organisation“, so Ataman. Der Coach ist ohnehin nicht gut auf die Fiba zu sprechen. Die Art und Weise, wie die Türkei während der EM auf und abseits des Feldes behandelt werde, verstärke seinen Eindruck, dass es sich nicht mehr um Fehler handele, sondern eine schlechte Absicht vorliege.

Der Verband ist im Laufe des Turniers wegen schwacher Schiedsrichter-Leistungen und den Umgang mit ihnen in die Kritik geraten. In den Spielen gegen Georgien und Spanien war es zu mehreren fragwürdigen Entscheidungen gekommen, zudem war die Zeit nicht korrekt angehalten worden. Am Freitag gestand die Fiba letzteren Fehler ein und gab zudem bekannt, dass die verantwortlichen Schiedsrichter in der K.o.-Phase des Turniers nicht mehr eingesetzt werden.

Sollte die Türkei heute weiterkommen, geht es im Viertelfinale am Mittwoch gegen Italien oder Serbien weiter. Zu einem Duell gegen Gastgeber Deutschland könnte es frühestens im Finale kommen.