Archivfoto: Angehörige von vermissten Bergleuten warten vor dem Bergwerk in Amasra. Foto: Khalil Hamra/AP/dpa

Drei Wochen nach dem verheerenden Grubenunglück in der Türkei ist ein weiterer Kumpel seinen Verletzungen erlegen. Damit steigt die Zahl der Toten auf 42.

Der Mann sei in den vergangenen Wochen in Istanbul behandelt und künstlich beatmet worden, teilte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Freitag mit. Die Katastrophe ereignete sich am 14. Oktober in einem Kohlebergwerk in der nordtürkischen Provinz Bartın, rund 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Ankara. Zahlreiche Bergarbeiter wurden in Folge einer Explosion in 300 Metern Tiefe eingeschlossen. Während die meisten von ihnen gerettet werden konnten, kam für viele jede Hilfe zu spät. Einige Verletzte haben nach wie vor mit den Folgen zu kämpfen und liegen noch im Krankenhaus.

Inzwischen wurden acht Menschen in Zusammenhang mit der Katastrophe verhaftet. Unter ihnen sind der Chef des Bergwerks, sein Stellvertreter und Ingenieure, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ihnen werde vorsätzliche Körperverletzung und vorsätzliche Tötung vorgeworfen.

Ein vorläufiger Bericht befand, dass Nachlässigkeiten – einschließlich versäumter Maßnahmen gegen gemeldete Gaslecks sowie Belüftungsprobleme – als mutmaßliche Ursache der Explosion ausgemacht werden konnten. Es war einer der schwersten Industrieunfälle in der jüngeren Geschichte des Landes. Die Anlage ist eines von fünf staatlich betriebenen Bergwerken in der Türkei.

dpa/dtj