Terim verabschiedet sich nach einem Ligaspiel am 12. April von den heimischen Fans. Galatasaray hat sich am Dienstag von dem Starcoach getrennt.
Archivfoto: Fatih Terim hat an der Seitenlinie von Galatasaray nicht mehr das Sagen. Die 0:1-Heimniederlage gegen Giresunspor besiegelte sein Aus.

Nach Beşiktaş und Fenerbahçe hat nun auch der dritte Großklub am Bosporus während derselben Saison die Reißleine gezogen und seinen Coach von seinen Aufgaben entbunden. Das gab es im türkischen Fußball noch nie.

Der türkische Fußball-Erstligist Galatasaray Istanbul hat sich von Startrainer Fatih Terim getrennt. Man habe sich im gegenseitigen Einverständnis verabschiedet, hieß es in einer Mitteilung des Vereins am Montag. Man danke Terim, der für das Land und den Verein unzählige Erfolge erzielt habe. Man werde weiterhin von seinen Ideen und Erfahrungen profitieren.

Der ehemalige Nationaltrainer Terim (68) war Ende der 90er und zuletzt seit 2017 Trainer von Galatasaray. Es war seine insgesamt vierte und vermutlich letzte Amtszeit für die „Löwen“. Er hat den Traditionsclub acht Mal zur türkischen Meisterschaft geführt sowie mehrere Pokale mit dem Club gewonnen, darunter im Jahr 2000 den UEFA-Cup, was bis jetzt der größte internationale Erfolg einer türkischen Vereinsmannschaft ist. Als einen der Nachfolge-Kandidaten nannten türkische Medien den Deutschen Roger Schmidt, der aktuell die PSV Eindhoven trainiert. Möglich sei aber auch, dass man einen Trainer nur bis zum Saisonende beschäftige. Gehandelt wird mit Okan Buruk auch ein Ex-Spieler von Galatasaray.

Novum in der Türkei

Zuvor hatten sich in dieser Saison schon Beşiktaş und Özil-Team Fenerbahçe Istanbul von ihren Übungsleitern Sergen Yalçın und Vitor Pereira getrennt. Das gab es noch nie in der Geschichte des türkischen Fußballs. Alle drei Teams spielen eine schwache bis sehr schwache Saison und haben praktisch keine Chance mehr auf den Meistertitel.

Einzig die Mannschaft von Mesut Özil kann sich noch halbwegs realistische Chancen auf eine Überraschung ausrechnen. Allerdings dürfte Tabellenführer Trabzonspor (49 Punkte) die Meisterschaft kaum noch zu nehmen sein. Fenerbahçe belegt mit aktuell 33 Punkten Rang 4 (spielt zur Stunde noch gegen Adana Demirspor, Spielstand 1:2), Beşiktaş ist mit 29 Zählern Tabellenneunter. Galatasaray hat nochmal zwei Punkte weniger auf dem Konto und findet sich nur auf Platz 12 wieder.

Während es in der heimischen Liga für die ehemalige Elf von Fatih Terim katastrophal läuft, scheint im internationalen Wettbewerb hingegen die Sonne. In der Europa League setzte sich der Klub in einer gut besetzten Gruppe als Tabellenerster durch und steht bereits im Achtelfinale.

dtj/dpa