Konnte das heutige Spiel mit einem etwas ruhigeren Puls verfolgen als noch gegen Georgien: der türkische Headcoach Ergin Ataman. Foto: FIBA

Die türkischen Basketballer haben ihre Drohung von einem Ausstieg bei der laufenden Europameisterschaft zunächst nicht wahr gemacht und sportlich einen wichtigen Sieg errungen. Gegen Außenseiter Belgien gab es am Dienstag in Tiflis ein 78:63 (37:30) und somit den dritten Erfolg im laufenden Turnier. Damit ist die Qualifikation für das Achtelfinale so gut wie perfekt.

Die Türkei startete stark ins Spiel und führte nach elf Minuten bereits mit 24:6. Die Belgier konnten zwar immer wieder verkürzen, doch die von Alperen Şengün angeführten Türken zogen ebenso wieder davon. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung satte 19 Punkte. Şengün kam auf 24 Punkte und war damit Top-Scorer der Begegnung.

Fiba-Entscheidung zu den Vorfällen in der Kabine steht noch aus – Kritik wird lauter

Der Verband hatte nach dem Spiel gegen Gastgeber Georgien am Sonntagabend damit gedroht, die EM vorzeitig zu verlassen. In der Partie war im vierten Viertel die Uhr ganze 22 Sekunden von 4:48 auf 4:26 Minuten heruntergelaufen, obwohl die Partie nach einer Rangelei zwischen Furkan Korkmaz, der heute 16 Punkte beisteuerte, und Duda Sanadze unterbrochen war. In der Regel wird die Zeit beim Basketball gestoppt, wenn das Spiel pausiert. Die Türkei hatte nach zwei Verlängerungen mit 83:88 (75:75, 68:68, 33:36) verloren und legte anschließend Protest gegen die Wertung der Partie ein. Dieser wurde abgelehnt – mit einer fragwürdigen Begründung. Die folgenden Auseinandersetzungen in der Kabine hat der Weltverband Fiba bislang nicht sanktioniert.

Angesichts der vielen Fehler und Unzulänglichkeiten auf und neben dem Feld gerät der Verband zunehmend unter Druck. Auch die Entscheidungsdauer und der Umgang mit den Fehlern stößt auf Kritik. Die Spiele hingegen haben größtenteils ein hohes Niveau. Die „12 Dev Adam“ treffen zum Abschluss der Gruppenphase morgen Mittag um 13:30 Uhr auf Spanien (live auf NTV Spor und Magenta Sport). Unabhängig vom Ausgang des Spiels der Iberer heute gegen Montenegro winkt in der Endabrechnung Platz 1, sollte die Türkei morgen gewinnen. Die Spiele ab dem Achtelfinale finden allesamt in Berlin statt.

dtj/dpa