Gabriel Boric ist seit dem 11. März 2022 der Präsident von Chile. Foto: Gabriel Boric

Die chilenische Regierung will im Westjordanland eine Botschaft eröffnen, das bestätigte Präsident Gabriel Boric. Chile setzte sich zuletzt gegen israelische Operationen in Palästina ein.

„Während meiner Amtszeit werden wir eine Botschaft eröffnen und uns damit eine angemessene Vertretung geben“, sagte der chilenische Präsident Gabriel Boric im Club Palestino in Santiago de Chile. Bislang war das südamerikanische Land nur durch einen Geschäftsträger in den palästinensischen Gebieten vertreten.

Im Westjordanland gibt es bis jetzt nur wenige Botschaften, die meisten Länder unterhalten diplomatische Vertretungsbüros in Ramallah. „Wir können eine Gruppe nicht vergessen, die unter einer illegalen Besatzung leidet, eine Gruppe, die Widerstand leistet, eine Gruppe, die jeden Tag ihre Rechte und ihre Würde verletzt sieht“, sagte der 36-jährige linke Politiker.

Spannungen zwischen Chile und Israel

In Chile leben mehr als eine halbe Millionen palästinensisch-stämmiger Menschen. Zuletzt war es zu diplomatischen Spannungen zwischen Chile und Israel gekommen, weil sich die Akkreditierung des israelischen Botschafters in dem südamerikanischen Land verzögert hatte.

Medienberichten zufolge hatte die Regierung in Santiago de Chile den Termin zur Übergabe des Akkreditierungsschreibens aus Empörung über einen israelischen Militäreinsatz im Westjordanland kurzfristig abgesagt. Später entschuldigten sich chilenische Regierungsvertreter bei dem israelischen Botschafter.

dpa/dtj