Archivfoto: Einsatzkräfte steigen vor dem Düsseldorfer Hotel in ihr Fahrzeug. Dort war der 41-Jährige festgenommen worden. Foto: Henning Kaiser/dpa

Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat einen mutmaßlichen türkischen Spion zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Das Gericht sah die Anklagevorwürfe der geheimdienstlichen Agententätigkeit und des unerlaubten Waffenbesitzes am Donnerstag bestätigt.

Der Haftbefehl gegen den geständigen 41-Jährigen wurde nach neun Monaten Untersuchungshaft aufgehoben. Er hatte gestanden, seit 2018 Informationen über Unterstützer der PKK und Gülen-Bewegung gesammelt und an den türkischen Geheimdienst weitergegeben zu haben.

Angesichts der Vorgeschichte habe man den Eindruck bekommen können, es stünde „ein kleiner James Bond“ vor Gericht, sagte Richter Lars Bachler – „dem war nicht so“. Das Ganze habe sich auf niedrigem Niveau abgespielt. Der Mann habe dem Geheimdienst Informationen geliefert und so versucht, dort einen beruflichen Einstieg zu bekommen. Dies sei allerdings keine Kleinigkeit, „denn die Denunzierten hatten für sich und ihre Familien erhebliche Nachteile zu befürchten“.

dpa/dtj