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Panorama

Erdbebentote in Antakya: Mehrere Personen wegen „fahrlässiger Tötung“ angeklagt

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Am 6. Februar 2023 erschütterten mehrere Erdbeben, das heftigste von ihnen mit einer Stärke 7,8, den Südosten der Türkei und Nordsyrien. Foto: Johannes Sadek/dpa

Beim Einsturz des zehnstöckigen Gökkuşağı Apartment in Antakya bei den Erdbeben Anfang Februar kamen 81 Menschen ums Leben. Nach einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft Hatay werden nun für die sieben Angeklagten, von denen sechs inhaftiert sind, Haftstrafen von bis zu 22 Jahren und sechs Monaten wegen „fahrlässiger Tötung mehrerer Personen“ gefordert.

Die Anklage besagt, dass beim Bau des Gebäudes von 2013 bis 2015 die Vorschriften für den Bau in Erdbebengebieten nicht ausreichend beachtet worden seien. Dies sei durch ein Gutachten von Bauexperten bestätigt worden. Dieses habe ergeben, dass der Beton des Gebäudes porös und mit Luftblasen durchsetzt gewesen sei.

Es sei außerdem festgestellt worden, dass an den Säulen keine ausreichenden Verdichtungsmaßnahmen durchgeführt worden seien und Holzspäne am Boden der Säulenbetonbasis geklebt hätten. Diese Mängel deuteten darauf hin, dass der verwendete Beton nicht den erforderlichen Standards entsprochen habe und unsachgemäße Bauarbeiten, insbesondere bei der Bewehrung, durchgeführt worden seien.

Pfusch am Bau nach Erdbeben im Visier: Dutzende Bauherren festgenommen

Antakya war bei den Erdbeben am 6. Februar 2023 eine der am stärksten betroffenen Provinzen. Insgesamt starben bei der Naturkatastrophe offiziellen Angaben zufolge über 50.000 Menschen.