Madrid: Joe Biden (r.), Präsident der USA, traf sich während des NATO-Gipfels mit Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei. Foto: Susan Walsh/AP/dpa

US-Präsident Joe Biden unterstützt die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan angestrebte Modernisierung der Flotte an F-16-Kampfjets.

Biden sagte am Donnerstag zum Abschluss des NATO-Gipfels in Madrid, es handele sich dabei aber nicht um eine Gegenleistung dafür, dass Erdoğan vor dem Gipfel seine Blockade zum NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens aufgegeben hatte. Er habe schon früher gesagt, dass die USA dem NATO-Partner Türkei F-16-Jets verkaufen beziehungsweise diese modernisieren sollten. „Es ist nicht in unserem Interesse, das nicht zu tun.“ Dafür benötige er aber die Zustimmung des Kongresses. „Und ich denke, wir können sie bekommen.“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte in Madrid, er hoffe auf Bidens „aufrichtige Bemühungen“ beim Thema F-16. Die Türkei werde bald erneut Delegierte in die USA schicken, um weitere Schritte zu besprechen. Die beiden Präsidenten waren in Madrid zusammengekommen.

Weiterhin von der F-35-Entwicklung ausgeschlossen

Um den Verkauf von US-Kampfflugzeugen an die Türkei gibt es seit langem Diskussionen: Eigentlich war das Land Teil eines Programms zur Entwicklung des US-Kampfjets F-35 und sollte diesen auch beziehen. Nachdem die Regierung in Ankara 2017 aber das russische Raketenabwehrsystem S-400 erworben hatte, schloss die US-Regierung die Türkei aus dem Programm aus. In Washington wurde befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des S-400-Waffensystems an Daten über die Tarnkappenfähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte.

Ende vergangenen Jahres verkündete Erdoğan, die USA hätten der Türkei Jets vom Typ F-16 statt F-35 angeboten. Nach Angaben aus dem türkischen Verteidigungsministerium hat Ankara 40 neue F-16 und 79 Upgrade-Kits für die bereits eingesetzten F-16-Jets gefordert. In Washington war ein möglicher Deal bisher aber politisch umstritten. Auch zwischen Athen und Ankara kam es deswegen zu einem Zerwürfnis.

dpa/dtj