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Politik

Geldpolitik: Türkische Notenbank hebt Leitzins – und kündigt Konsequenzen an

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Die türkische Lira bleibt instabil. Foto: shutterstock

Die türkische Zentralbank hat ihre Geldpolitik weiter gestrafft und zugleich ein Ende der Zinsanhebungen in Aussicht gestellt. Der Leitzins steigt um 2,5 Prozentpunkte auf 45,0 Prozent, wie die Notenbank nach ihrer Ratssitzung in Ankara mitteilte. Analysten hatten damit gerechnet.

Man gehe davon aus, dass der Leitzins auf dem aktuellen Niveau bleiben werde, bis der Inflationstrend nach unten deute, teilte die Zentralbank weiter mit. Zudem müssten sich die Inflationserwartungen den Prognosen der Notenbank annähern. Sollten sich neue Inflationsrisiken ergeben, werde der geldpolitische Rat die Ausrichtung der Zinspolitik überprüfen.

Inflation in der Türkei mit etwa 65 Prozent extrem hoch

Die türkische Notenbank stemmt sich seit dem Amtsantritt ihrer Chefin Hafize Gaye Erkan im vergangenen Sommer gegen die hohe Teuerung. Vor ihrer Amtsübernahme hatte der Leitzins noch wesentlich niedriger bei 8,5 Prozent gelegen. Die Zinserhöhungen erfolgten seither in großen Schritten. Staatspräsident Recep Tayyip Recep Tayyip Erdoğan kritisiert den Kurs nicht, obwohl er als Gegner hoher Zinsen gilt.

Warum sich die Türkei auch 2024 nicht erholen wird

Die Inflation liegt in der Türkei mit etwa 65 Prozent immer noch extrem hoch. Nach einem Anstieg auf 85 Prozent im Jahr 2022 war sie zeitweise zwar gefallen, zuletzt aber wieder gestiegen. Ein Grund für die hohe Inflation ist die schwache Landeswährung Lira, die Einfuhren in die Türkei erheblich verteuert.

dpa/dtj