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Sport

Direkt aus türkischem Trainingslager: Deutscher Zweitligist holt Mariupol-Spieler

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Seine Heimatstadt zerstört, sein Verein zwischen den Fronten: Den Fußballer Kyrylo Melitschenko ereilt der Ukraine-Krieg im türkischen Trainingslager. Nun erlebt er ein Happy End in Deutschland.

Mit bewegenden Schilderungen hat der ukrainische Fußballer Kyrylo Melitschenko über den Krieg in seiner Heimat und den Wunsch gesprochen, dass es bald wieder eine Zukunft für ihn dort geben soll. Aktuell hält er sich beim Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden fit, trainiert mit der Mannschaft und wird weitgehend vom Verein versorgt.

Das Vereinsgelände des ukrainischen Erstligisten FK Mariupol, bei dem der Rechtsverteidiger Stammspieler war, sowie seine Wohnung in einem Mietshaus der ostukrainischen Stadt mit all seinen persönlichen Habseligkeiten seien völlig zerstört, sagte der 22-Jährige.

„Zwei Tage später waren wir in Dresden“

Melitschenko hielt sich bei Kriegsausbruch mit seinem Team in einem Trainingslager in der Türkei auf. Eine für den 24. Februar geplante Rückkehr in die Ukraine war nicht mehr möglich. Wochenlang habe man sich individuell in der Türkei fitgehalten, berichtete der junge Fußballer.

Seine ebenfalls 22 Jahre alte Freundin Anja, die nach einem einjährigen Praktikum in Potsdam über sehr gute Deutschkenntnisse verfügt, schrieb mehrere Vereine in Deutschland an und bat um Hilfe. „Innerhalb von zwei Stunden hatten wir eine Rückmeldung, zwei Tage später waren wir in Dresden“, berichtete Melitschenko.

„Danke, Deutschland“

Der Fußballer, der wegen seines Studiums keinen Armeedienst antreten musste, wünscht sich nichts mehr als baldigen Frieden. „Alles andere ist nicht wichtig. Es soll endlich vorbei sein, damit wir wieder nach Hause können“, sagte Melitschenko, der die Hilfsbereitschaft von Dynamo, der Dresdnern und der ganzen Bundesrepublik hervorhob.

„Danke, Deutschland“, so der Fußballer. Er könne sich durchaus auch vorstellen, für Dynamo oder einen anderen deutschen Club aufzulaufen. Eine Verpflichtung wäre aber erst im Sommer möglich. Etliche seiner Mannschaftskollegen vom FK Mariupol sind bereits bei Vereinen außerhalb der Ukraine untergekommen, ein Großteil befindet sich weiter in der Türkei.

dpa/dtj

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