Archivfoto: Wegen kritischer Tweets wurde ein Bochumer in der Türkei zu einer Haftstrafe verurteilt – doch nach einem erfolgreichen Einspruch hat Mahmut Güneş nun das Gefängnis verlassen. Jetzt ist er nach Deutschland geflüchtet. Foto: freemahmut.info

Ein Bochumer, der im Herbst 2021 in der Türkei wegen Terrorpropaganda verurteilt und inhaftiert war, ist wieder in Deutschland.

Der Bundestagsabgeordnete Max Lucks (Grüne) aus Bochum, der mit vielen anderen für die Freilassung von Mahmut Güneş gekämpft hatte, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag: „Ich freue mich nach Monaten des Einsatzes, aber auch Bangens mit den Freunden und der Familie von Mahmut Güneş, dass er nun endlich wieder seine Kinder in Bochum in den Arm nehmen kann.“

Zuvor hatte der WDR über die Rückkehr des Familienvaters berichtet, der nach rund acht Monaten in der Türkei am Montagabend am Flughafen Dortmund angekommen sei. Er sei zwar im vergangenen November vorzeitig aus der Haft entlassen worden, habe die Türkei aber nicht verlassen dürfen und sei nun über Bulgarien geflohen.

Pizzabäcker aus Zentralanatolien

Der türkeistämmige Pizzabäcker mit deutschem Pass war im Oktober 2021 im zentralanatolischen Kırşehir zu zwei Jahren, neun Monaten und 22 Tagen Haft verurteilt worden. Hintergrund des Verfahrens waren Twitter-Nachrichten.

Das Gericht hatte Güneş nach damaligen Angaben seiner Anwältin Berfin Arslan für Mitteilungen in sozialen Medien verurteilt, ohne beweisen zu können, dass es sich um sein Profil handelte. Güneş bestritt, Eigentümer des von der Anklage zitierten Twitter-Accounts zu sein. Der Bochumer war bei seiner Einreise in die Türkei im Sommer 2021 festgenommen worden.

dpa/dtj