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Panorama

„Schlichtweg Zensur“: Beliebtes türkisches Forum „Ekşi sözlük“ gesperrt

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In der Türkei ist das Online-Forum „Ekşi sözlük“ gesperrt worden – möglicherweise als Reaktion auf Kritik am Krisenmanagement nach der Erdbeben-Katastrophe.

Die Plattform, auf der registrierte Nutzer zu beliebigen Themen Einträge verfassen können, war am Mittwoch aus der Türkei heraus nur noch über geschützte Netzwerkverbindungen (VPN) zu erreichen. „Ekşi sözlük“ („saures Lexikon“) teilte auf Twitter mit, die Seite sei gesperrt worden, es gebe aber noch keine Informationen über die Hintergründe.

Der Cyberrechts-Aktivist Yaman Akdeniz schrieb auf Twitter, die Telekommunikationsbehörde (BTK) habe den Zugriff gesperrt. Diese habe etwa die Befugnis dazu, wenn die nationale Sicherheit, öffentliche Ordnung sowie der Schutz von Kindern gefährdet sei. Den Zugriff zu verweigern, ohne Kontakt mit den Betreibern der Seite aufzunehmen oder den Grund zu erläutern, sei „schlichtweg Zensur“, schrieb Akdeniz. Eine Erklärung der Behörden lag zunächst nicht vor.

Die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ hatte das Online-Forum im Zusammenhang mit der Erdbeben-Katastrophe in der Südosttürkei als „Zentrum der Provokation“ bezeichnet. Dort hätten Nutzer etwa geschrieben, dass die Katastrophenschutzbehörde Afad nicht oder erst sehr spät vor Ort gewesen sei, so die „Sabah“.

Am 6. Februar hatten zwei Beben, eines der Stärke 7,7 und wenig später der Stärke 7,6, die Südosttürkei und den Norden Syriens erschüttert. Zwei Tage später war der Zugang zu Twitter zwischenzeitlich gesperrt worden.

dpa/dtj

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