Symbolfoto: Ein Mehrfachraketensystem steht auf einem Feld. Foto: --/kyodo/dpa

Schweden ist im Zuge seiner beantragten Mitgliedschaft in der NATO erstmals seit Jahren wieder bereit, Waffen an die Türkei zu liefern.

Die zuständige Behörde ISP bewilligte zum ersten Mal seit 2019 wieder den Export von Kriegsmaterial an das NATO-Mitglied Türkei. Wie am Freitag aus einer Behördenmitteilung hervorging, hängt der Schritt direkt mit dem NATO-Antrag zusammen.

Schweden und das benachbarte Finnland hatten infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Mitte Mai beantragt, Mitglieder des Verteidigungsbündnisses zu werden. Die Türkei hatte den Beginn dieses Prozesses zunächst blockiert und das mit der angeblichen schwedischen und finnischen Unterstützung von Terrororganisationen begründet. Ende Juni unterzeichneten die drei Länder eine Absichtserklärung, die auf die Vorbehalte Ankaras einging. Dabei spielten auch Waffenlieferungen an die Türkei eine gewichtige Rolle.

Türkei muss noch ratifizieren

Damit Schweden und Finnland Bündnis-Mitglieder werden können, müssen ihre Anträge von allen 30 NATO-Mitgliedern ratifiziert werden. 28 haben dies bereits getan – nur die Türkei und Ungarn fehlen noch.

Die Inspektion für strategische Produkte (ISP) ist in Schweden für die Bewilligung von Waffenexporten zuständig. Im Oktober 2019 hatte die Behörde sämtliche geltenden Exportgenehmigungen für die Ausfuhr von Kriegsmaterial an die Türkei widerrufen. Seitdem wurden keine neuen Genehmigungen erteilt. Ein Waffenembargo gegen die Türkei bestehe nicht, so die Behörde.

dpa/dtj