Archivfoto: Malu Dreyer (SPD), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat „als Zeichen meiner Solidarität mit den Menschen im Iran“ eine politische Patenschaft für eine verfolgte Schülerin übernommen.

„Ich fordere die Freilassung der 16-jährigen Sheno Ahmadian“, sagte die SPD-Politikerin am Samstag in Mainz. Das Mädchen sei nach Angaben seiner Familie bei einem friedlichen Protest von iranischen Regierungstruppen entführt worden. „Die iranische Regierung rufe ich auf, die universellen Menschenrechte zu achten“, sagte Dreyer. „Ich stehe an der Seite der Protestierenden und ich bin sicher: Der Fortschritt wird sich nicht aufhalten lassen.“

Mit der Patenschaft werde sie sich mit Aufrufen und Briefen, zum Beispiel an die Botschaft, für die Freilassung von Ahmadian einsetzen und so dazu beitragen, die Opfer des Protests sichtbar zu machen, erläuterte Dreyer. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden bisher mindestens 18.000 Teilnehmer der seit bald drei Monaten anhaltenden systemkritischen Demonstrationen festgenommen, mehr als 475 Demonstranten sollen bei den Protesten getötet worden sein.

Auslöser der derzeitigen Proteste im Land war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie starb am 16. September im Polizeigewahrsam, nachdem sie von der Sittenpolizei wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden war. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Zehntausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem.

dpa/dtj