16.03.2022, Russland, Moskau: Mevlüt Çavuşoğlu (l), und Sergej Lawrow kommen gemeinsam in einen Raum, um Gespräche zu führen. Foto: Maxim Shemetov/Pool Reuters/AP/dpa

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen skeptisch zu Aussichten für ein Treffen von Kremlchef Wladimir Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geäußert. Dessen Außenminister lobte das türkische Engagement. 

Ein solches Gespräch dürfe kein Selbstzweck sein, sagte Lawrow am Mittwoch in Moskau nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Çavuşoğlu. Es sei nur möglich, wenn es darum gehe, konkrete Vereinbarungen zwischen Russland und der Ukraine zu besiegeln. Selenskyj hat mehrmals ein Treffen mit Putin angeboten.

Çavuşoğlu betonte die Bereitschaft der Türkei, einen solchen Gipfel zu organisieren. Er forderte erneut eine dauerhafte Waffenruhe. Das „Blutvergießen und die Tränen“ müssten gestoppt werden. „Kriege haben keine Gewinner, und Frieden hat keinen Verlierer“, sagte er. Die Türkei bemühe sich weiter um Dialog. Er betonte, dass Ankara gute Beziehungen zu Kiew und Moskau unterhalte.

Kuleba: Türkei „aktive Schlüsselfigur“

Am Donnerstag traf Çavuşoğlu in der Ukraine seinen Kollegen Dmytro Kuleba. Die Ukraine habe es akzeptiert, dass sich die Türkei als Garant für ein mögliches Abkommen zwischen Moskau und Kiew anbiete. Russland habe zudem keine Einwände dagegen erhoben.

„Durch den Besuch in den beiden Ländern ist unsere Hoffnung auf einen Waffenstillstand noch ein wenig gewachsen“, sagte Çavuşoğlu bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kuleba, der sich bei seinem Kollegen bedankte und betonte, dass die Türkei „eine aktive Schlüsselfigur“ in den Bemühungen um Frieden sei.

dpa/dtj