Neue Route: Migranten warten an Bord des deutschen Rettungsschiffs "Sea Watch 3" im Hafen von Pozzallo in Italien. Foto: Francesco Ruta/ANSA via ZUMA Press/dpa

Die Zahl der 2021 auf den griechischen Inseln in der Ostägäis angekommenen Flüchtlinge und Migranten ist die niedrigste seit Beginn der Flüchtlingskrise in der Ägäis vor etwa neun Jahren. 

Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Donnerstag mitteilte, setzten im Vorjahr 4.109 Menschen aus der Türkei zu den griechischen Inseln über. Im Jahr davor waren 9.714 und im Jahr 2019 knapp 60.000 gekommen. Beim Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hatten 856.723 Menschen übergesetzt.

Die griechische Küstenwache kontrolliert die Seegrenze zur Türkei seit 2019 sehr streng. Menschenrechtsorganisationen und Präsident Recep Tayyip Erdoğan monieren, es gebe illegale Rückführungen (sogenannte Pushbacks) in die Türkei. Athen erklärt immer wieder, seine Sicherheitskräfte beschützten die europäischen Grenzen gemäß dem Internationalen Recht.

Suche nach neuen Routen

Wegen dieser scharfen Kontrollen in den Meerengen zwischen der Türkei und den griechischen Inseln bevorzugen Schleuser und Migranten zunehmend eine neue Route: Rund 11.000 Menschen soll es in den vergangenen Monaten gelungen sein, Italien auf der Route von der Türkei durch die Ägäis und das Ionische Meer zu erreichen.

Was die Türkei mit Europas Migrationsdrama zu tun hat

Es gibt keine offiziellen Angaben, wie viele Menschen dabei ums Leben gekommen sind. Die Zahl dürfte aber groß sein. Allein im Dezember waren auf dieser Route mindestens 30 Menschen ertrunken, wie die griechische Küstenwache mitteilte.

Häufige Maschinenschäden oder Lecks

Wegen der langen Fahrt durch das Mittelmeer südlich oder nördlich von Kreta kommt es nach Angaben der griechischen Küstenwache häufig zu Maschinenschäden oder Lecks auf den oft veralteten Booten, die Schleuserbanden den Menschen verkaufen.

dpa/dtj