Prag: Kyriakos Mitsotakis, Premierminister von Griechenland, kommt zum informellen EU-Gipfel auf der Prager Burg. Foto: Deml Ondøej/CTK/dpa

Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis hat Ankara einen Strategiewechsel im Umgang mit der EU empfohlen, sollte die Türkei weiterhin Interesse an guten Beziehungen haben.

„Wenn die Türkei, wie sie behauptet, eine produktive Beziehung zur EU haben will, sollte sie erkennen, dass sie ihren Kurs ändern muss“, sagte Mitsotakis am Freitag bei einem informellen EU-Gipfel in Prag.

Vorausgegangen war eine Äußerung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Donnerstag beim Gründungsgipfel der sogenannten Europäischen Politischen Gemeinschaft. An Griechenland gerichtet hatte er – wie auch bereits zuvor – gesagt, man könne „mitten in der Nacht kommen“ – was weithin als militärische Drohung aufgefasst wurde. Die Übersetzung sei zweideutig gewesen, sagte Mitsotakis. „Ich nehme die gute Interpretation und sage, nein, es war keine Drohung.“ Erdoğan werde jedoch innerhalb der europäischen Familie keine Verbündeten finden, solange er diesen Weg weiter beschreite.

Ankara: Mitsotakis ignoriert internationale Verträge

„Ich kann nur hoffen, dass diese inakzeptable Rhetorik, die nationale Souveränität unseres Landes hinsichtlich der Inseln in der östlichen Ägäis in Frage zu stellen, endlich aufhört“, sagte Mitsotakis. Vielleicht sei es manchmal gut, die Dinge in der Öffentlichkeit zu sagen, fügte er hinzu. Alle Beteiligten hätten sich eine Meinung darüber bilden können, wer hier provoziere und wer eine Haltung einnehme, die nicht in den heutigen geopolitischen Kontext passe.

Ankara hatte zuletzt wiederholt die Militarisierung griechischer Inseln vor der türkischen Westküste kritisiert und mehr oder weniger offen mit militärischem Handeln gedroht. Laut internationalen Verträgen darf Griechenland keine Kriegsgeräte auf den Inseln stationieren. Das Land ignoriert aber die Kritik an Waffen auf den Inseln.

dpa/dtj