Türkische F16-Kampfjets bei einer Übung in Konya. Foto: Milli Savunma Bakanlığı

Neue Eskalation im östlichen Mittelmeer: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Griechenland vorgeworfen, das Luftverteidigungssystem S-300 auf türkische Jets ausgerichtet zu haben.

Erdoğan beschuldigte Athen am Dienstagabend laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu eines „feindseligen Aktes“. Damit fordere das Land die Nato und die Verbündeten des Verteidigungsbündnisses heraus. Athen hat die Vorwürfe bereits dementiert.

Unter anderem Anadolu hatte vergangene Woche unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtet, türkische Jets seien von dem auf Kreta stationierten Luftverteidigungssystem sowjetischer Bauart „belästigt“ worden.

Griechenland dementiert System-Aktivierung

Die türkischen Jets seien dabei in internationalem Luftraum geflogen. Das System sei nicht aktiviert worden, hieß es hingegen am Montag aus Kreisen des griechischen Verteidigungsministeriums laut Staatsfernsehen.

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind wegen einer Reihe von Konflikten auf einem Tiefpunkt. Athen wirft Ankara etwa immer wieder vor, griechischen Luftraum zu verletzen.

Anlässlich des Tags des Sieges betonte der türkische Präsident gestern, dass Griechenland der Türkei weder in politischer, noch wirtschaftlicher und auch nicht militärischer Hinsicht ebenbürtig sei. Man sehe in Athen auch keinen Gesprächs- und Ansprechpartner. Bereits vor wenigen Monaten hatte Erdoğan betont, dass der griechische Ministerpräsident Mitsotakis für ihn nicht mehr existiere.

dpa/dtj