Berlin: Ein Schild weist auf das muslimische Begräbnisfeld auf dem evangelischen Friedhof Emmaus hin. Foto: Britta Pedersen/dpa

Auf Teilflächen des Friedhofs Emmaus in Berlin-Neukölln sind ab sofort auch Beisetzungen nach islamischem Ritus möglich sein.

In Berlin leben etwa 300.000 Menschen muslimischen Glaubens. Die Anzahl der Familien, die ihre Verstorbenen – so wie früher üblich – in die Herkunftsländer überführen lassen, nimmt stetig ab. Das führt dazu, dass die wenigen ausgewiesenen muslimischen Begräbnisflächen in Berlin inzwischen ausgelastet sind.

In der Hauptstadt steigt daher der Bedarf an muslimischen Gräberfeldern. Der Evangelische Friedhofsverband hat deshalb auf dem Friedhof Emmaus im Stadtteil Neukölln ein muslimisches Begräbnisfeld entwickelt. Dort sind Erdbeisetzungen im Sarg und auch sarglose Bestattungen im Leichentuch möglich. Am Freitag wurde es eröffnet.

Tod etwas, was „Menschen fernab von Religion verbindet“

Die ca. 500 Grabstellen sind in Richtung Mekka ausgerichtet. Ein Gebetstisch sowie Unterstände für die Trauergesellschaften ermöglichen eine würdige Abschiednahme nach islamischem Ritus. Das Vorhaben wurde von Islamwissenschaftlern beratend unterstützt. Imam Osman Örs von der Stiftung House of One erklärte bei der Eröffnung, dass die Berliner Musliminnen und Muslime sich einen letzten Ruheort, einen weiteren muslimischen Friedhof in ihrer Stadt gewünscht hätten: „Ich freue mich, dass die Verantwortlichen des evangelischen Friedhofsverbands Stadtmitte diesem Bedürfnis ihrer muslimischen Mitmenschen Gehör geschenkt haben und wir gemeinsam diesen besonderen Ort eröffnen können.“

Bestattung ohne Sarg: Jetzt in fast ganz Deutschland offiziell erlaubt

Der Tod sei etwas, „was uns Menschen fernab unserer Religion oder Weltanschauung verbindet. Es ist ein Schmerz und ein Abschied von Geliebten, den wir alle gleichsam teilen, wenn auch auf unterschiedliche Art“, so Örs. Der Eingang befindet sich am Mariendorfer Weg 60.

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