Symbolfoto: Eine Frau hebt ihre Hände während einer Kundgebung gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen. Foto: Jorge Gil/EUROPA PRESS/dpa

Zum Abschied der Türkei aus der sogenannten IstanbulKonvention hat Amnesty International vor der Zunahme von Gewalt gegen Frauen gewarnt.

„Die Türkei hat die Uhr für Frauenrechte um zehn Jahre zurückgestellt“, kritisierte die Generalsekretärin der Menschenrechtsorganisation, Agnès Callamard. Der Austritt sende eine „rücksichtslose und gefährliche Botschaft“, weil Täter ohne Strafe davonkommen könnten. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte im März den Austritt der Türkei aus dem internationalen Abkommen zum Schutz von Frauen bekanntgegeben. An diesem Donnerstag wird dies nun wirksam.

Die IstanbulKonvention wurde 2011 vom Europarat ausgearbeitet. Sie soll einen europaweiten Rechtsrahmen schaffen, um Gewalt gegen Frauen zu verhüten und zu bekämpfen. Gewalt gegen Frauen ist in der Türkei – wie in vielen anderen Ländern – ein weit verbreitetes Problem. Nach Angaben der Organisation „Wir werden Frauenmorde stoppen“ wurden dort allein im vergangenen Jahr mindestens 300 Frauen von Männern getötet.

dpa/dtj