Attila Hildmann wird im vergangenen Jahr bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude von Polizisten abgeführt. Foto: Christophe Gateau/dpa

Im Zuge der Ermittlungen gegen Attila Hildmann hat die Berliner Staatsanwaltschaft eine Mitarbeiterin enttarnt, die Interna an den rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker weitergegeben haben soll. Die Details zum mutmaßlichen Maulwurf.

„Wir müssen leider von einem Maulwurf in den eigenen Reihen ausgehen“, sagte Behördensprecher Martin Steltner am Montag in Berlin. Die Staatsanwaltschaft ermittle wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und der versuchten Strafvereitelung.

Im Verdacht stehe eine frühere Mitarbeiterin der Generalstaatsanwaltschaft. Sie soll interne Informationen zu einem Haftbefehl an den rechtsradikalen Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann weitergegeben haben. Aufgefallen sei die Frau bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen, bei der sie sich als Mitarbeiterin der Justiz vorgestellt haben soll.

Mitarbeiterin in der Querdenker-Szene aktiv

Die Überprüfung des Informationssystems habe ergeben, dass Daten zu Personen aus der rechtsextremistischen und „Querdenker“-Szene abgefragt worden seien. „Wir haben die Person daraufhin fristlos gekündigt im Mai“, so Steltner. Im Juli habe es bei der Frau Durchsuchungen gegeben. Daten seien sichergestellt worden.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hildmann wegen Volksverhetzung, Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Ein Haftbefehl gegen Hildmann kann nicht vollstreckt werden, da er sich im Ausland, vermutlich in der Türkei, befindet (DTJ-Online berichtete).

Nach derzeitigen Ermittlungsstand geht die Staatsanwaltschaft nicht davon aus, dass es zwischen den „Durchstechereien“ und der Flucht Hildmanns ein Zusammenhang besteht. „Er hat sich bereits Ende Dezember letzten Jahres in die Türkei abgesetzt, die Vorgänge über die wir sprechen, die fanden im Februar diesen Jahres statt“, so Steltner.

dpa/dtj