Am Samstag werden bei der Gala Berlin die Gewinner des Europäischen Filmpreises bekanntgegeben. Unter den Nominierten ist dieses Jahr auch ein türkischer Film: „Mustang“ von Deniz Gamze Ergüven.

Es ist der erste Spielfilm Ergüvens. Er spielt in einem türkischen Dorf und erzählt vom Leben fünf junger verwaister Mädchen und den Herausforderungen, mit denen sie in einer konservativen Gesellschaft umgehen müssen.

Im Frühjahr 2015 sprach die Regisseurin in einem Interview mit Euronews über ihren Film. „Ich wollte unbedingt zeigen, was es heißt, ein Mädchen, eine Frau in der Türkei von heute zu sein. Darüber wird sehr viel diskutiert. In der türkischen Gesellschaft ist das gerade ein großes Thema, aber die Frauen und Mädchen haben dabei wenig zu sagen.“ Als herauskommt, dass eines der Mädchen mit einem Jungen gespielt hat, verändert sich das Leben der Mädchen drastisch. Sie dürfen nicht mehr zur Schule und Ehen werden arrangiert.

„Ich wollte aus diesen Mädchen Heldinnen machen, Figuren, bei denen Mut, Intelligenz und Ausdauer zählen, alles Werte, mit denen Frauen im Kino nur selten ausgestattet werden“, so die Regisseurin weiter im Interview.

Unter anderem gewann Mustang bei den Filmfestspielen in Cannes 2015 den Europe Cinemas Label Award sowie den Lux Preis.

Neben „Mustang“ sind in der Kategorie Spielfilm folgende Filme nominiert: „Victoria“ von Sebastian Schipper (Deutschland), „Ewige Jugend“ von Paolo Sorrentino (Italien), „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ von Roy Andersson (Schweden), „The Lobster“ von Yorgos Lanthimos (Griechenland) und „Sture Böcke“ von Grímus Hákonarson (Island).