Das Satellitenbild zeigt in Rot den Ölteppich zwischen Syrien (r.) und Zypern (l.). Ein riesiger Ölteppich treibt derzeit östlich der Mittelmeerinsel. Foto: EXCELSIOR H2020/ERATOSTHENES/Sentinel-1/dpa

Zypern hat die EU angesichts eines riesigen Ölteppichs östlich der Mittelmeerinsel um Hilfe gebeten. Man habe angeboten, mit einem Ölbergungsschiff Unterstützung zu leisten, sagte ein EU-Kommissionssprecher am Mittwoch. Was auf dem Spiel steht.

Die Kommission empfehle den betroffenen Ländern zudem im Rahmen des Übereinkommens von Barcelona zu kooperieren. Die Konvention ist ein internationales Abkommen zum Schutz des Mittelmeers.

Letzte Woche war noch befürchtet worden, dass der Ölteppich die Küste im Nordosten der Urlaubsinsel bei der Landzunge Karpasia (türkisch: Dipkarpaz) binnen Stunden erreichen könnte. Das Öl ist nach Angaben des für Umwelt zuständigen zyprischen Ministers Kostas Kadis vor etwa einer Woche aus einem syrischen Elektrizitätswerk ins Meer gelangt.

Türkei bietet Hilfe an

Ein geopolitisches Problem erschwert die Vorbereitungen: Zypern ist in einen von türkischen Truppen besetzten türkisch-zyprischen Norden und die überwiegend griechisch-zyprisch geführte Republik Zypern im Süden geteilt. Die Landzunge Karpasia liegt im türkisch-zyprischen Norden.

Nordzypern wird weltweit nur von der Türkei als Staat anerkannt und agiert in dem Zypernkonflikt mit Rückendeckung aus Ankara. Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay hatte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge am Dienstag gesagt: „Es gibt keinen Grund zur Sorge. All unsere Mittel stehen auch Nordzypern zur Verfügung.“

Es blieb deshalb zunächst offen, ob und wie der Norden nach dem Kontakt mit Ankara auf weitere Unterstützungsangebote eingehen wird. Die Kooperation zwischen den beiden Inselteilen ist minimal.

dpa/dtj