In Bremen sollen Menschen systematisch von Wohnung ferngehalten und u.a. anhand äußerlicher Merkmale klassifiziert worden sein. Foto: Christoph Soeder/dpa

Die Bremer Wohnungsbaugesellschaft Brebau soll Wohnungssuche aufgrund ihrer Herkunft und ihres Äußeren systematisch diskriminiert haben. Ein Prüfbericht beweist nun: Wohnungssuchenden wurden vorab gefiltert.

Der Sonderbericht zur Prüfung rassistischer Praktiken bei der Bremer Wohnungsbaugesellschaft Brebau liegt nach sechs Wochen endlich vor. Er zeigt: Menschen mit bestimmten Merkmalen sollen von Wohnungen des Unternehmens ferngehalten worden sein.

Zur Erinnerung: Das Nachrichtenmagazin „buten un binnen“ von Radio Bremen hatte im Mai aufgedeckt, dass Menschen aufgrund ihrer Migrationsgeschichte oder ihres Äußeren systematisch benachteiligt wurden. Mit Verweis auf Zeugenaussagen und interne schriftliche Anweisungen heißt es in dem Bericht nun, dass die Brebau spezielle Notizen über Wohnungsinteressierte erstellen lasse.

Kopftuch, deutsche Kultur, dunkle Hautfarbe

Demnach soll von Mitarbeitenden vermerkt werden, ob ein Bewerber oder eine Bewerberin schwarz ist, ein Kopftuch trägt, mit der deutschen Kultur vertraut ist, westlich integriert ist oder wie gut sie die deutsche Sprache beherrscht. Auch Menschen, die zuvor in sozialen Einrichtungen wie Übergangsheimen für Obdachlose gemeldet waren, sollen dem Bericht zufolge keine Wohnungen angeboten worden sein.

Von der Brebau-Geschäftsführung hieß es, dass ein solches Vorgehen im deutlichen Gegensatz zur unternehmerischen Haltung stehe und Diskriminierung nicht toleriert werde. „Sollten sich die Vorwürfe erhärten, werden wir alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ein solches Verhalten unmittelbar abzustellen“, teilte Brebau mit.

Die Stadt Bremen ist alleinige Eigentümerin der Wohnungsbaugesellschaft Brebau, nachdem die Sparkasse 2019 ihren Brebau-Anteil in Höhe von 50 Prozent an die Stadt verkaufte. Die Brebau zählt 128 Mitarbeitende und bietet Miet- und Eigentumswohnungen, Reihenhäusern und Leistungen der Haus- und Wohnungsverwaltung an.

dpa/dtj