Gefährlicher Zeitvertreib: In der Türkei kann der Konsum illegal gebrannten Alkohols böse Folgen haben. Foto: Marius Becker/dpa

In der Türkei sind zwölf Menschen nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol gestorben. Die hohen Steuern bringen immer mehr Menschen dazu, Spirituosen selbst zu brennen – mit verheerenden Folgen.

Insgesamt 30 Menschen hätten sich in der Nähe Istanbuls seit dem 24. Juni eine Alkoholvergiftung zugezogen. Die Zahl der Todesopfer sei allein im westtürkischen Kreis Çorlu am Dienstag auf zwölf angestiegen, berichtete der staatliche Nachrichtensender TRT.

Sieben weitere Menschen seien demnach noch auf der Intensivstation. Die Polizei habe bisher knapp eine Tonne illegal produzierten Alkohols konfisziert und sechs Menschen festgenommen.

Steuer steigt auf rund 70 Prozent

Illegal hergestellter Alkohol und die verheerenden gesundheitlichen Folgen für Konsumenten sind ein wiederkehrendes Problem in der Türkei (DTJ-Online berichtete). Die Preise für Alkohol sind wegen hoher Steuern relativ teuer.

Chemiker der Istanbuler Ingenieurs- und Architektenkammer etwa fordern seit Jahren eine Senkung der Alkoholsteuer, die derzeit rund 70 Prozent der Preise ausmache. Erst im Oktober 2020 waren 40 Menschen aus unterschiedlichen Regionen gestorben, nachdem sie illegal produzierten Alkohol zu sich genommen hatten.

dpa/dtj