Malerisch liegt das Meer vor der Küste Nordzyperns. Doch häufig finden Migranten über den Seeweg hier Zugang in die EU. Foto: dpa-Bildfunk

Schleuser haben erneut Migranten aus der Türkei nach Zypern und damit in die EU gebracht. Am Dienstag griff die zyprische Polizei 22 Migranten auf, darunter vier Minderjährige.

Die Menschen waren zunächst von der Türkei aus in den türkisch-dominierten Norden der Insel gebracht worden. Anschließend hätten sie die Trennungslinie zum Süden der Insel auf einem Pfad überquert, teilte der Bürgermeister des griechisch-zyprischen Orts Kato Pyrgos mit.

Pro Kopf hätten die Migranten nach eigenen Angaben 3.000 Euro an die Schleuser gezahlt – für die Überfahrt und den Übertritt in den Süden der Insel. Von den Schleusern fehle jede Spur, hieß es im Staatsrundfunk.

Flüchtlingscamps sind voll

Internationale Schleuserbanden bringen immer wieder Migranten aus der rund 70 Kilometer entfernten Türkei nach Zypern. Die Flüchtlingscamps der kleinen Inselrepublik sind überfüllt. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße ging im Jahr 2020 die höchste Anzahl Asylanträge laut EU-Statistik auf Zypern ein.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt – in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen türkisch-zyprischen Teil im Norden. Die ganze Insel ist seit 2004 Mitglied der EU. EU-Recht gilt jedoch wegen der Teilung nur im Süden. Sobald Migranten im Süden ankommen, gilt für sie das Asylrecht der EU.

dpa/dtj