Nikosia: Ein Vollmond ist am Himmel über dem Troodos-Gebirge zu sehen. Foto: George Christophorou/XinHua/dpa

Gut 13.000 Menschen haben seit Jahresbeginn einen Asylantrag in der kleinen EU-Inselrepublik Zypern gestellt.

In ihrer Mehrheit hätten sie aus der Türkei übergesetzt, berichtete der staatliche Rundfunk (RIK) am Sonntag. Zypern verzeichnet laut EU-Statistik gemessen an der Bevölkerungsgröße bei Weitem die meisten Asylanträge pro Jahr. Die Regierung in Nikosia hat deshalb wiederholt die EU um Hilfe gebeten.

Mittlerweile machten Migranten ohne Aufenthaltsstatus rund vier Prozent der Bevölkerung des Südteils Zyperns aus, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf das Innenministerium in Nikosia weiter. Im Südteil der Inselrepublik leben rund 700.000 griechische Zyprer und etwa 180.000 Ausländer, die sich legal in Zypern aufhalten; darunter zahlreiche britische Staatsbürger.

Nur Süden faktisches EU-Gebiet

Zypern ist seit 1974 in einen größeren griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen türkisch-zyprischen Teil im Norden geteilt. Nur die Türkei erkennt Nordzypern als Staat an. Aufgrund der faktischen Teilung Zyperns übt die international anerkannte Republik Zypern die tatsächliche Kontrolle nur im Südteil der Insel aus.

Die meisten Flüchtlinge werden nach Angaben zyprischer Behörden von Schleuserbanden aus der Türkei in den Norden der Mittelmeerinsel gebracht, der von türkischen Truppen besetzt ist. Anschließend werden sie durch nicht gut bewachte Stellen der Trennungslinie in den Süden geschleust.

dpa/dtj