Akşener besuchte vergangene Woche Rize, die Heimatstadt Erdoğans. Foto: Iyi Parti

Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zufolge könne die Oppositionspolitikerin Meral Akşener „froh“ sein, bei ihrem jüngsten Besuch in Rize glimpflich davon gekommen zu sein.

Man habe der Chefin der Iyi-Partei vergangene Woche in seinem Heimatort Rize eine „sehr schöne Lektion erteilt“, sagte Erdoğan am Mittwoch in Ankara. Akşener, die er spöttisch „Braut“ nannte, könne froh sein, dass sie glimpflich davongekommen sei. „Das ist erst der Anfang. Warte ab, was noch passieren wird. Warte mal ab“, sagte Erdoğan in ihre Richtung.

Der Präsident bezog sich auf einen Vorfall in dem Schwarzmeerort Rize, aus dem Erdoğans Familie stammt. Im dortigen Ikizdere hatte es laut Medienberichten ein Gerangel zwischen Parteimitgliedern Akşeners und Erdoğan-Anhängern gegeben. Was genau die Stimmung aufgeheizt hatte, war nicht klar. Ikizdere steht derzeit im Fokus der türkischen Öffentlichkeit, da dort ein Steinbruch entsteht (dazu morgen mehr auf dtj-online.de). Ein Großteil der Bevölkerung vor Ort wehrt sich gegen das Vorhaben.

Vergleich mit Netanjahu

Akşener hatte Erdoğan vergangene Woche mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu verglichen. Dem Staatssender TRT zufolge war das ein Grund für die aufgeheizte Stimmung in Rize. Erdoğan unterstützt im Nahost-Konflikt die Palästinenser und macht Netanjahu immer wieder für den Tod von Zivilisten verantwortlich.

Akşener, die in den 90er Jahren Innenministerin war, war 2018 gegen Erdoğan als Präsidentschaftskandidatin angetreten und erreichte rund sieben Prozent der Stimmen. Laut Umfragen des Instituts Metropoll würde sie als Kandidatin gegen den Präsidenten zurzeit rund 43 Prozent erreichen. Die nächsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in der Türkei stehen erst 2023 an, es wird aber immer wieder über vorgezogene Wahlen spekuliert.

dpa/dtj