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Fünf der schönsten Burgen und Schlösser der Türkei

Dass die Türkei nicht nur ein Land der Strände und des pulsierenden Stadtlebens der Metropolen, sondern auch eines mit vielen Ruinen und Schlössern ist, wird oft vergessen. Es sind Schlösser, die stumme Zeugen der stürmischen Vergangenheit Anatoliens wurden. Viele davon sind heute Ruinen. Wir möchten Ihnen heute fünf der bemerkenswertesten Schlösser der Türkei vorstellen.

St. Peter-Kastell von Bodrum (Unterwasserarchäologie-Museum)

Das Kastell St. Peter ist nicht nur ein eindrucksvolles architektonisches Meisterwerk am Hafen Bodrums, es erzählt auch noch eine faszinierende Geschichte, denn der Großteil des Mauerwerks wurde aus den Ruinen des Mausoleums von Halikarnassos, dem großen Grab des karischen Königs Maussolos, das zu den Sieben Weltwundern der Antike gehörte, gebaut.

Das Schloss wurde Anfang des 15. Jahrhundert von den christlichen Malteserrittern gebaut, die die Besitztümer der nahe gelegenen Insel Rhodos schützen wollten. Bis 1522 wurde die Befestigung weiter verstärkt, doch dann wurden sowohl Rhodos als auch Bodrum von Sultan Süleyman I. überfallen und er ließ eine Moschee im Schloss errichten.

Das Schloss wurde 1960 restauriert. Seit 1986 ist das Unterwasserarchäologie-Museum darin untergebracht. Es zählt zu den bekanntesten Museen der Türkei. Unter anderem findet man dort die Überreste des Schiffs von Uluburun, ein gesunkenes, spätbronzezeitliches Segelschiff ungeklärter Herkunft. Außerdem befinden sich darin die Knochen des karischen Prinzen, die sorgfältig von Experten der Universität Manchester rekonstruiert wurden.

Rumeli Hisarı

Selbst wenn Sie Ihre Reise in die Türkei nie weiter führen sollte als bis nach Istanbul, können Sie auch dort ein großartiges Schloss mit einer ehrwürdigen Geschichte besuchen: die „Festung von Europa“, die an der Küste des Bosporus steht. 1452 wurde das Gebäude von Sultan Mehmed II. errichtet. Er nutzte das Schloss als Basis für seinen erfolgreichen Angriff auf Konstantinopel.

Es wurde an der engsten Stelle der Meerenge, direkt gegenüber der alten „Festung von Asien“, errichtet, die 1394 von seinem Urgroßvater, Sultan Bayezid I., gebaut worden war. Dieser nutzte sie für seinen Angriff auf die Stadt, der jedoch nicht erfolgreich war. Zusammen ermöglichten beide Festungen Mehmed es, die Kontrolle über den Schiffsverkehr zu behalten und somit zu verhindern, dass Lebensmittel und Verstärkung die belagerten Byzantiner erreichen konnten.

Rumeli Hisarı wurde 1953 im Angedenken an den 500. Jahrestag der Eroberung durch Mehmed II. restauriert.

Schloss von Bozcaada

Das großartige Schloss von Bozcaada dominiert den Hafen der Insel im Thrakischen Meer und grüßt die Besucher, sobald sie das Festland betreten.

Dieses Schloss kann nur von außen bewundert werden, außer in den Schulferien, in denen die Tore fallweise auch offen stehen können.

Die Geschichte des Schlosses von Bozcaada reicht bis in die Zeit der Byzantiner zurück. Später wurde venezianischen und genuesischen Händlern erlaubt, das Schloss zu befestigen, bevor es die Osmanen im 16. Jahrhundert letztendlich in ihren Besitz nahmen.

Schloss Mamure

Das Schloss Mamure ist derzeit aufgrund von Restaurierungsarbeiten geschlossen. Das mondäne Schloss, ein prachtvolles Bauwerk mit 39 Türmen und einem großen Wassergraben direkt am Meeresufer, liegt östlich von Anamur an der Mittelmeerküste. Seine Ursprünge gehen zurück ins 13. Jahrhundert, in die Zeiten der Herrscher des armenischen Königreiches Kilikien, vermutlich besteht es schon seit der Zeit der Römer. 1308 wurde es von Mehmet I. von Karaman erobert, der eine Moschee darin erbauen ließ.

Kızkalesi

Besucher des Badeortes Kızkalesi, in der Nähe von Silifke an der Mittelmeerküste, können sich während ihres Sonnenbades des Ausblicks auf die Reste einer Burg jenseits des Meeres erfreuen. Es handelt sich dabei um die Mädchenburg, die der Stadt ihren Namen gab und die in herrlicher Abgeschiedenheit auf einer Insel steht. Ursprünglich wurden beide Schlösser der Stadt durch einen Damm verbunden. Überreste davon befinden sich unter Wasser.

Die Burg wurde ursprünglich vom byzantinischen Imperator Alexios I. Komnenos erbaut, der sie Ende des 11. Jahrhunderts als Schutz gegen die Kreuzfahrer gebaut wurde. Ihren Namen erhielt sie von der Legende einer Prinzessin, die von ihrem Vater dorthin verbannt worden sein soll.

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