Archivfoto: Ersin Tatar, Premierminister der Türkischen Republik Nordzypern, trifft Elizabeth Spehar, Leiterin der UN-Friedenstruppe auf Zypern. Foto: UN

Nach monatelangen Unterredungen wollen die Vereinten Nationen im April neue Gespräche zur Überwindung der seit 1974 andauernden Teilung Zyperns in die Wege leiten.

Die erste Runde der Gespräche soll vom 27. bis zum 29. April in Genf stattfinden. An den Gesprächen sollen neben den politischen Führern der türkischen und griechischen Zyprer, Ersin Tatar und Nikos Anastasiades, auch Vertreter der drei Garantiemächte der Inselrepublik teilnehmen: Großbritannien, die Türkei und Griechenland.

Ziel der UN ist es, die seit 1974 geteilte Insel in der Form einer Föderation oder Konföderation wieder zu vereinigen. Dabei soll es zwei politisch gleichberechtigte Teilstaaten geben, einen türkisch-zyprischen im Norden und einen griechisch-zyprischen im Süden.

Ankara setzt auf Zwei-Staaten-Lösung

Die Vermittlungen werden im Vorfeld erschwert, weil Ankara und die türkischen Zyprer auf eine Zwei-Staaten-Lösung setzen – mit der Begründung, dass Jahrzehnte der Vermittlungsversuche mit anderen Lösungsansätzen nicht gefruchtet haben. Zwei unabhängige Staaten könnten sich eventuell in der Zukunft in einer losen Konföderation verbinden, heißt es. Das aber lehnen die griechischen Zyprer bislang strikt ab.

Problematisch ist außerdem der Konflikt um die Geisterstadt Famagusta im Osten der Insel. Hier haben die türkischen Zyprer jüngst in Anwesenheit des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan erste Schritte zur Wiederbesiedelung des Stadtteils Varosha unternommen. Der Strandort war einst Touristenhochburg und wurde von griechischen Zyprern bewohnt; die UN fordert deshalb in ihrer Zypern-Resolution die Rückgabe Varoshas an die ehemaligen Einwohner und ihre Nachkommen.

Im Jahr 2017 waren die UN-Bemühungen zur Überwindung des Konflikts hauptsächlich an der Frage des Abzugs von rund 35 000 türkischen Soldaten aus dem Norden der Insel gescheitert.

dpa/dtj