Das Schild weist den Weg zum "Islamkolleg" in Osnabrück. Foto: Lino Mirgeler/dpa

„Selbstbewusst deutsch und islamisch“: Mit einem Festakt ist am Dienstag in Osnabrück das erste staatlich geförderte Institut zur Ausbildung islamischer Geistlicher in Deutschland eröffnet worden. Der Leiter formulierte einen Wunsch.

„Unser Wunsch ist, dass dieser Tag eine Wende herbeiführt in der Ausbildung von religiösem Betreuungspersonal in Deutschland und wir dauerhaft in die Ausbildung hier in Deutschland einsteigen können“, sagte der wissenschaftliche Direktor des Islamkollegs Deutschland (IKD), Bülent Uçar.

Der für die Islamkonferenz zuständige Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Markus Kerber, betonte, dass spätestens seit der Zuwanderung von Flüchtlingen im Jahr 2015 die islamische Gemeinschaft in Deutschland so vielfältig wie in keinem anderen Land Europas sei.

„Selbstbewusst deutsch und islamisch“

Kerber betonte: „Das Ausbildungsprogramm des IKD ist selbstbewusst deutsch und islamisch im Sinne eines Islams, der in unserer Gesellschaft verwurzelt ist, die Werte unseres Grundgesetzes teilt und die Lebensarten unseres Landes achtet.“

Das Islamkolleg Deutschland wurde von muslimischen Gemeindeverbänden, Theologen, Wissenschaftlern und muslimischen Personen des öffentlichen Lebens Ende 2019 gegründet. Nach eigenen Angaben wird es vom Bund mit rund fünf Millionen Euro gefördert und vom Land Niedersachsen mit rund 500.000 Euro. Der erste Ausbildungsgang besteht aus mehr als 50 Kollegiatinnen und Kollegiaten.

dpa/dtj