Marokko betrachtet die fünftägige Textil-Messe EVTEKS als wichtige Veranstaltung für die Angebote der marokkanischen Textilindustrie und um Handelsbeziehungen mit Firmen in Mittelasien und Asien knüpfen.

Nadia Rhaouti, Branchenmanagerin der staatlichen Maroc Export sagte gegenüber Today’s Zaman, dass marokkanische Firmen, die zur Zeit nicht mit ihren türkischen Wettbewerbern konkurrieren könnten, an der Messe teilgenommen haben, um ihre Produktpalette zu diversifizieren und neue Partner in der Region zu finden.

2013 erlebte Marokko einen Einbruch seiner Heimtextil-Exporte um 51 Prozent. Deshalb sah man sich im vergangenen Jahr gezwungen, eine neue Exportstrategie zu erarbeiten, um spätestens im Jahr 2025 wieder ein wichtiger Player auf dem Textilmarkt zu sein. Ziel ist es, neue Märkte für die Branche zu erschließen.

„Der europäische Markt ist gesättigt und seit der Krise 2008 ist es noch schwieriger geworden, in diese Länder zu exportieren. Deshalb müssen wir uns nach neuen Märkten umsehen“, sagte Adil Yakine, Präsident der Berufsgenossenschaft marokkanischer Textilingenieure in einem Interview mit Today’s Zaman.

Reiche Tradition – umkämpfte Märkte

Laut Yakine sei es deshalb wichtig für Marokko, seine eigene Kultur der Textilgestaltung zu fördern, mit authentischen Designs, dabei aber vom türkischen Know How bei Textilzubehören, Rohmaterialien und der Prozessgestaltung profitieren. Marokkanische Branchenkenner sind der Meinung, dass das Land Konsortien und lokale Textilgesellschaften bis hin zu Genossenschaften gründen sollte, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Tangier-Med, ein Frachthafen ca. 40 km entfernt vom marokkanischen Tanger, ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Textilexporte von Russland bis nach Nordamerika. Der Hafen ist von der Kapazität her bereits einer der größten im Mittelmeerraum und wurde erst 2007 in Betrieb genommen.

Während der Messe hatten marokkanische Textilunternehmen auch die Gelegenheit, Kunden aus dem ehemaligen Ostblock zu treffen. Omar Sajid, Vorstandsvorsitzender der Textilfirma Mazafil sagte in einem Interview, dass er einen Vertrag mit einer Firma aus dem Kosovo abgeschlossen habe, welches eigentlich kein typischer Markt für marokkanische Textilprodukte sei.