Hamza Yalcin Spanien Journalist Schriftsteller Red Notice Interpol Foto Facebook
Foto: Facebook-Profil von Hamza Yalcin

Die spanische Regierung wird den schwedisch-türkischen Schriftsteller und Journalisten Hamza Yalçın nicht an Ankara ausliefern. Dies habe am Freitag der Ministerrat in Madrid entschieden, erklärte Regierungssprecher Íñigo Méndez de Vigo.

Yalçın habe in Schweden Flüchtlingsstatus. «Die Regierung hat beschlossen, den gerichtlichen Auslieferungsprozess, wie er von der türkischen Regierung verlangt wird, nicht fortzusetzen», zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press Méndez de Vigo.

Der 59-jährige Yalçın war am 3. August auf dem Flughafen Barcelona auf Betreiben der Türkei festgenommen worden, weil eine so genannte «Red Notice», ein Dringlichkeitsvermerk von Interpol, gegen ihn vorlag. Erst am Donnerstag war er nach fast zweimonatiger Haft auf freien Fuß gekommen, jedoch noch unter der Auflage, seinen Pass abzugeben und einmal wöchentlich bei der Justiz vorstellig zu werden.

Die türkische Regierung wirft ihm unter anderem Beleidigung des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Ob und wann Yalçın – der seit 1984 in Schweden lebt und Staatsbürger des Landes ist – aus Spanien ausreisen darf, wurde zunächst nicht bekannt. 

Wenige Wochen nach Yalçın war am 19. August auch der Kölner Schriftsteller Dogan Akhanli auf der Grundlage einer «Red Notice» in Madrid festgenommen worden. Die Türkei fordert auch seine Auslieferung. Akhanli kam zwar am 20. August wieder auf freien Fuß, muss sich aber weiter in Spanien aufhalten. Die beiden in Spanien festgesetzten wollen sich am Freitag treffen. 

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dpa/dtj