In der Türkei erhalten ärmere Familien und Studenten nun kostenlosen Internetzugang.
In der Türkei erhalten ärmere Familien und Studenten nun kostenlosen Internetzugang.

Dank einer neuen Regierungsmaßnahme sollen finanziell benachteiligte Familien und Studenten künftig kostenlosen Internetzugang erhalten. Laut dem Gesellschaftsstrategie-und Handlungsplan 2015-2018 des Entwicklungsministerium ist das Ziel dieser Maßnahme, die „digitale Kluft“ in der Gesellschaft zu verringern. Vorrang haben hier finanziell benachteiligte Familien und Studenten. Diese sollen unbegrenzten Internetzugang zu gewissen Webseiten haben. Zu dem Plan gehöre außerdem ein Upgrade zur Internetinfrastruktur, bei dem neue Gebäude bereits Internetzugang anbieten.

Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Umfrage im August 2014 zeigte, dass 42,8 Prozent der Haushalte aufgrund von „Überflüssigkeit“ keinen Internetzugang hätten. Weitere 31,9 Prozent begründeten das fehlende Internet im Aushalt damit, dass die Kosten zu hoch seien. Laut dem Türkischen Statistik Institut hätten 60,2 Prozent der Haushalte in der Türkei bereits Internetzugang, 49,1 von diesen bereits seit April 2013.

Während das Bruttoinlandsprodukt 2014 in der Türkei (rund 80 Millionen Einwohner) pro Kopf rund 10.000 Dollar betrug, betrug der Mindestlohn nur 950 türkische Lira (362 Dollar).

4G bald in der Türkei eingeführt

Neben dem kostenlosen Internetzugang plant die Regierung bis zum Ende des Jahres für Konsumenten außerdem eine 4G „Fourth Generation“ (Nachfolgegeneration des Mobilfunkstandards 3G).

Laut Angaben des Kommunikationsministeriums werde beabsichtigt, mindestens 90 Prozent der Bevölkerung in den nächsten sechs Jahren mit 4G zu versorgen. Obwohl die 3G-Technologie erst 2008 in der Türkei eingeführt wurde, verbreitete es sich sehr schnell. Ende 2014 wurden rund 58 Millionen 3G-Nutzer in der Türkei und 71,8 Millionen Mobilfunknutzer gezählt. Im Vergleich ist dies um höher als der europäische Durchschnitt, der rund 30 Prozent beträgt.