In der Türkei geht die Produktion zurück. Die Unternehmen verzeichnet nach Angaben des nationalen Statistikbüros TÜIK (Türkiye İstatistik Kurumu) im Januar einen Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vergleich zu Januar 2014 ist das sogar ein Rückgang von 2,2 Prozent. Die Experten machen sich Sorgen, weil schon das vergangene Jahr ein langsameres Wirtschaftswachstum aufgezeigt hat. Dieser Trend könnte sich in diesem Jahr fortsetzen oder verschlechtern.

Sorgen bereitet den Experten auch der niedrige Kurse der Nationalwährung Lira (TL). Für einen US-Dollar müssen die Türken inzwischen über 2,63 TL zahlen. „Das was die Politiker sagen beeinflusst den Kurs“, sagte der ehemalige Notenbankchef Durmuş Yılmaz. Die globalen Entwicklungen hätten dagegen keinen Einfluss auf den derzeitigen Kurs der TL. Zudem bemängelt der Finanzexperte, dass derzeit das Vertrauen in die Zentralbank gestört sei. „Die Märkte haben angefangen die Unabhängigkeit der Nationalbank zu testen“, sagte Yılmaz.

Zuletzt hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan mehrfach den derzeitigen Notenbankchef Erdem Başçı kritisiert, er solle den Leitzins senken. Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat zudem bekannt gegeben, dass Başçı dem Staatschef Morgen ein „Briefing“ geben werde. Die Angst vor einem weiteren Währungsverfall bringt die Türken in die Wechselstuben. Sie wollen ihre Landeswährung in Devisen eintauschen.

Davutoğlu hingegen beteuert, dass seine Regierung an Gegenmaßnahmen arbeitet. Entsprechende Schritte sollen jetzt eingeleitet werden. Die Zentralbank hat für den 13. März angekündigt, Fremdwährungen im Wert von 1,5 Milliarden Dollar in den Markt einfließen zu lassen.