Weiterhin keine Rechtsgrundlage für Kinderfeuerwehren in NRW

Die Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen haben ein Nachwuchsproblem. Zu wenige Jugendliche interessieren sich für diese Berufsgruppe und engagieren sich zu auch zu selten in den freiwilligen Jugendfeuerwehren.

Doch woran liegt das? Sind andere Freizeitbeschäftigungen attraktiver, wie beispielsweise Fussball oder Basketball? Oder ist es die mangelnde Anziehungskraft der Feuerwehr? Die CDU sieht das Problem eher in den politischen Rahmenbedingungen. Denn im bevölkerungsreichsten Bundesland liegt das jüngste Eintrittsalter in die Feuerwehr bei 10 Jahren. In einzelnen Feuerwehren sogar bei 12. Dies sei nach Ansicht der CDU Landtagsfraktion zu spät. Bis zu diesem Alter würden sich Jugendliche bereits in anderen Vereinen oder Organisationen engagieren und somit würde die nordrhein-westfälische Feuerwehr an Nachwuchs verlieren. Vereinzelt gibt es zwar Kinderfeuerwehre, da diese aber nicht an Einsätzen beteiligt sind, haben die teilnehmenden Kinder keinen Versicherungsschutz.

Das wollte die CDU-Fraktion aber nun durch einen Gesetzesentwurf ändern. Im Rahmen einer Kinderfeuerwehr müssten Kinder ab sechs Jahren „an die Tätigkeiten der Freiwilligen Feuerwehr herangeführt werden.“ heisst es im Gesetzesentwurf. Zentral ist dabei, dass die teilnehmenden Kinder über die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen abgesichert sind. Die momentan bestehenden Kinderfeuerwehre müssen privat finanziert werden.

Der entsprechende Gesetzesentwurf wurde heute im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags mit den Stimmen von SPD und Grüne abgelehnt. Thomas Stotko, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion warf der CDU vor, das Thema vom Koalitionsvertrag abgeschrieben zu haben. Jedoch seien wesentliche Fragen ungeklärt geblieben oder würden erst gar nicht gestellt, so Stotko. Theo Kruse, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, hingegen bezeichnete das Ergebnis der heutigen Abstimmung als fatales Signal für die Zukunft des Brandschutzes in NRW: „Angesichts sinkender Mitgliederzahlen warten die Freiwilligen Feuerwehren händeringend auf eine entsprechende Gesetzesänderung. Die heutige Verweigerungshaltung von Rot-Grün ist deshalb ein Schlag ins Gesicht der 120.000 Feuerwehrleute in Nordrhein-Westfalen.“ Laut Kruse könne man Kinder durch eine Kinderfeuerwehr langfristig an die Freiwilligen Feuerwehren binden, dies wisse man aus anderen Bundesländern.