Ein russisches Militärfahrzeug ist unterwegs in Richtung Bergkarabach. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Das türkische Parlament hat der Entsendung von Soldaten nach Aserbaidschan zur Überwachung der Waffenruhe in Bergkarabach zugestimmt. Der Kreml lehnt den Einsatz türkischer Soldaten in der Region aber ab.

Das am Dienstag erteilte Mandat des türkischen Parlaments für die türkischen Truppen ist zunächst auf ein Jahr befristet. Die Entscheidung über den genauen Umfang liege in der Hand von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Laut des regierungsnahen Senders A-Haber werden vier Bataillone entsendet, wo sie genau stationiert werden, sei aber noch in Verhandlungen mit Russland festzulegen. Die Türkei wolle nicht nur vom Kontrollzentrum beobachten, sondern direkt in Bergkarabach Friedenstruppen stationieren.

Putin sicher: Armenien wäre „provoziert“

Währenddessen meldete sich der russische Präsident Wladimir Putin persönlich zu Wort. Es sei ihm gelungen, die Türkei davon zu überzeugen, ihre Soldaten nur auf aserbaidschanischem Gebiet zur Kontrolle der Waffenruhe einzusetzen – nicht aber in Bergkarabach, weil das Armenien als „Provokation“ auffassen würde. Russen und Türken wollen demnach gemeinsam in einem Kontrollzentrum in Aserbaidschan die Waffenruhe überwachen.

Zum Streit schrieb die Moskauer Tageszeitung Kommersant vor wenigen Tagen: „Ankara ist darauf aus, seine Militärbeobachter auch in Bergkarabach neben den russischen Soldaten einzusetzen. Aber Moskau gibt klar zu verstehen, dass die türkischen Soldaten sich auf Aufnahmen mit Drohnen beschränken müssen, ohne selbst die Konfliktzone zu betreten.“

dtj/dpa