Im Fokus: Attila Hildmann, Vegan-Kochbuchautor und Corona-Skeptiker. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Was wusste Attila Hildmann? Der rechtsradikale Verschwörungstheoretiker könnte bereits vor seiner Flucht in die Türkei über Insiderwissen aus den Justizbehörden verfügt haben. Die Details.

Unterlagen zeigten, dass er im November 2020 per Chat Details zu Ermittlungen erhalten habe, berichtete das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. So habe er etwa erfahren, dass die Ermittler damals sein Handy angeblich noch nicht abhörten. Unklar sei aber, ob diese Angaben von der Ex-Mitarbeiterin der Generalstaatsanwaltschaft stammen, gegen die wegen des Verdachts der Verletzung des Dienstgeheimnisses und der versuchten Strafvereitelung ermittelt wird.

In einer E-Mail habe die frühere IT-Mitarbeiterin im Juni 2020 Kontakt aufgenommen zu Hildmann und darum gebeten, in seiner Chatgruppe aufgenommen zu werden, berichtet der „Spiegel“. Laut Staatsanwaltschaft ist die Frau im vergangenen Mai fristlos entlassen worden. Die Behörde vermutet in ihr einen „Maulwurf“ in den eigenen Reihen, wie Sprecher Martin Steltner am vergangenen Montag sagte.

Auch andere Rechtsextremisten beteiligt?

Die Beschuldigte habe Daten zu Personen aus der rechtsextremistischen und „Querdenker“-Szene abgefragt. Zudem soll sie Hildmann Details zu einem Haftbefehl gegen diesen genannt haben. Abgespielt hat sich das laut Staatsanwaltschaft im vergangenen Februar. Die Behörde ging bislang nicht davon aus, dass zwischen den „Durchstechereien“ und der Flucht Hildmanns ein Zusammenhang besteht. An der Einschätzung habe sich bislang nichts geändert, so Steltner am Freitag.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit längerem gegen Hildmann wegen Volksverhetzung, des Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Ein Haftbefehl gegen ihn kann nicht vollstreckt werden, da er sich in der Türkei aufhält. Laut Staatsanwaltschaft besitzt Hildmann neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft.

dpa/dtj