Das Beşiktaş-Stadion wird heute Schauplatz eines Derbys. Quelle Shutterstock

Die Meisterschaft um die türkische Süper Lig ist in diesem Jahr wieder spannend. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr ist auch der traditionelle Dreikampf um die Meisterschaft in den türkischen Fußball eingekehrt. Alle drei großen Istanbuler Vereine könnten es schaffen. Derzeit hat Beşiktaş die besten Karten und empfängt heute Fenerbahçe (17 Uhr/MEZ). In Istanbul ist die Hölle los.

Seitdem Şenol Güneş Beşiktaş verlassen hat, um die türkische Nationalmannschaft ein zweites Mal zu trainieren, sucht der schwarze Adler vom gleichnamigen Stadtteil nach Anschluss zu den beiden Erfolgsjahren. Mit Güneş wurden sie 2016 und 2017 türkischer Meister. Nach ihm waren die zwei Coaches Abdullah Avcı und Recep Uçar (Interimslösung) erfolglos. Doch mit Sergen Yalçın ist der Club dem Titel derzeit wieder ganz nah. Jedenfalls näher als sein heutiger Herausforderer Fenerbahçe. Die Kanarienvögel schmachten bereits seit 2014 bereits nach dem Titel. Oft hatten die Gelb-Blauen aus dem Stadtteil Kadıköy gegenüber dem Erzrivalen Galatasaray, aber auch Beşiktaş das Nachsehen. Und vergangenes Jahr auch noch gegenüber Medipol Başakşehir, der Istanbuler Mannschaft ohne echte Fans.

Fenerbahçe hat nur noch eine Chance – Sieg oder (wieder) nichts

Doch die Meisterschaft ist noch nicht entschieden. Auf dem Weg zum Titel hatte Fener vergangene Woche gegen Schlusslicht Gençlerbirliği drei Punkte gelassen. Doch dass auch Galatasaray vorgestern verloren hat, spielt dem Özil-Team in die Karten. Doch um noch eine echte Chance um den Titel zu haben, muss Fenerbahçe gewinnen. Sollten sie verlieren, dürfte Beşiktaş kaum noch einzuholen sein. Denn die Adler belegen derzeit Platz 1 der Liga mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung gegenüber dem Drittplatzierten Fenerbahçe. Zwischen die beiden reiht sich Galatasaray mit 61 Punkten ein. Doch ein Ass im Ärmel hat Beşiktaş noch. Ihnen fehlt ein Spiel. Im schlimmsten Fall aus Fener-Sicht könnte Beşiktaş bei einem Sieg auf acht plus drei Punkte Abstand gehen. Vor diesem Hintergrund werden wohl auch die meisten Gala-Fans an diesem Tag ausnahmsweise für Fenerbahçe mitfiebern.

Beşiktaş gegen Fenerbahçe – Wer hat die meisten Siege im Derby?

Die Rivalität zwischen beiden Traditionsclubs begann am 28. November 1924, als Fenerbahçe mit 4:0 gewann. In insgesamt 327 Begegnungen konnte Fenerbahçe 122 Mal triumphieren, wohingegen Beşiktaş 120 Partien für sich entschied. In 85 Spielen gab es ein Unentschieden. Das historische Torverhältnis liegt bei 442 Toren für Fenerbahçe zu 413 Toren für Beşiktaş. Seit der Saison 2011/12 hat es bei dieser Rivalität sieben Unentschieden, fünf Siege für Beşiktaş und fünf Siege für Fenerbahçe gegeben.

Jahr Datum Heim
2021 29.11.2020 Fenerbahce Istanbul
2020 19.07.2020 Besiktas Istanbul
2020 22.12.2019 Fenerbahce Istanbul
2019 25.02.2019 Besiktas Istanbul
2019 24.09.2018 Fenerbahce Istanbul
2018 25.02.2018 Besiktas Istanbul
2018 23.09.2017 Fenerbahce Istanbul
2017 07.05.2017 Besiktas Istanbul
2017 03.12.2016 Fenerbahce Istanbul
2016 29.02.2016 Fenerbahce Istanbul
2016 27.09.2015 Besiktas Istanbul
2015 22.03.2015 Fenerbahce Istanbul
2015 02.11.2014 Besiktas Istanbul
2014 20.04.2014 Besiktas Istanbul
2014 30.11.2013 Fenerbahce Istanbul
2013 03.03.2013 Besiktas Istanbul
2013 07.10.2012 Fenerbahce Istanbul
2012 05.02.2012 Fenerbahce Istanbul
2012 27.10.2011 Besiktas Istanbul

„Spielertausch“ zwischen den Rivalen: Auch Beşikaş-Trainer Sergen Yalçın dabei

Zwischen den beiden Top-Clubs hat es schon immer ein gutes Verhältnis gegeben. Ein Beleg dafür sind die zahlreichen Spielerwechsel untereinander. Noch in dieser Saison kehrten die beiden Außenverteidiger Caner Erkin und Gökhan Gönül von Beşikaş zu Fenerbahçe zurück. Aber auch der aktuelle Trainer von Beşikaş, Sergen Yalçın, war als Profi für beide Teams im Einsatz.

Eine Liste aller Spieler, die in den letzten 20 Jahren für beide Teams aufgelaufen sind: Adem İbrahimoğlu, Ali Kemal Denizci, Engin İpekoğlu, Tayfur Havutçu, Feyyaz Uçar, Saffet Sancaklı, Sergen Yalçın, Oktay Derelioğlu, Alpay Özalan, Ahmet Yıldırım, Emre Aşık, Ali Güneş, Tayfun Korkut, Murat Şahin, Mustafa Doğan, Mert Nobre, Fahri Tatan, Tümer Metin, Mehmet Yozgatlı, Rüştü Reçber, Burak Yılmaz, Mehmet Aurelio.