Trägt der türkische Schiedsrichter Cüneyt Çakır eine Mitschuld am Champions League-Aus von Bayern München?

Urs Meier meint ganz klar: Nein!

Nach dem 2:1-Sieg der Bayern gegen Atlético Madrid, der letztlich zu wenig für den Finaleinzug war, bezog der Schweizer in einem Gastbeitrag für den „Focus“ nun Stellung zu der aufkommenden Kritik an Çakır, die vor allem von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge geäußert wurde.

Meier, einst selbst Schiedsrichter der Extraklasse und bei den Weltmeisterschaften 1998 und 2002 im Einsatz, kommt zu dem Urteil, dass der türkische Spielleiter eine “hervorragende Leistung” geboten habe. Einzig bei seinem Elfmeterpfiff für Madrid habe er daneben gelegen.

Er habe gezeigt, „dass er im Moment wohl der beste Schiedsrichter der Welt ist. Wenn man einen Schiri hat, der in Topform ist, dann ist es richtig, wenn man ihn auch viel einsetzt.“ Auch das Tor zum 1:1 sei regelkonform gewesen.

Çakır hatte neben dem Rückspiel der Bayern auch das Halbfinalhinspiel zwischen Manchester City und Real Madrid in der Königsklasse gepfiffen. Danach war vereinzelt die Frage aufgeworfen worden, ob er nicht „zu viel“ eingesetzt werde. Für Meier kein Problem, die UEFA verfüge derzeit einfach nicht über so viele gute Spielleiter.

Besonders die Körpersprache sei es, die Çakır so stark mache. Doch das ist nicht alles: „Sein Spielverständnis ist überragend. Er lässt hart spielen und ermöglicht somit packenden, attraktiven Fußball. Çakır spürt genau, ob jemand zu Fall gebracht wird oder selbst nachhilft“, so Meier im „Focus“.

Jungen Schiedsrichtern, die sich weiterentwickeln wollen, riet er zum Abschluss, sich die letzten drei Spiele von Çakır genau anzusehen: „Das waren Lehrbeispiele für unglaublich starke Spielleitungen“.