Trotz Corona-Einschränkungen stieg im letzten Jahr die Zahl der islamfeindlichen Angriffe in Deutschland. Foto: Michael Brandt/Archiv dpa

Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 901 islamfeindliche Straftaten registriert. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor.

Morddrohungen gegen Imame und tätliche Angriffe, Steine auf Moscheen, heruntergerissene Kopftücher bei Musliminnen oder eine hinterher gerufene Beleidigung – der Hass von in der Regel rechtsextremen und rassistischen Tätern auf Muslime äußert sich auf vielfältige Weise. „Wir haben es bei den gemeldeten Straftaten nur mit der Spitze des Eisberges zu tun“, teilte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, am Montag mit. Viele der alltäglichen Beleidigungen, Bedrohungen oder auch körperlichen Übergriffe würden von den Betroffenen aus Scham oder Scheu gar nicht erst angezeigt. 84 Menschen wurden bei den Taten im Jahr 2020 verletzt. Zuvor hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ darüber berichtet.

Jelpke fordert wirksames Antidiskriminierungsrecht

Mit über 900 gemeldeten Straftaten liege die Hasskriminalität gegen Muslime und ihre Glaubensstätten über dem Vorjahresniveau, so Jelpke. Und das trotz der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund von Covid-19. Erfahrungsgemäß kämen in den kommenden Wochen noch „etliche Nachmeldungen“ hinzu. 2019 wurden 884 mutmaßlich islamfeindliche Taten registriert. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ forderte Jelpke ein wirksames Antidiskriminierungsrecht, „damit es nicht nur bei Lippenbekenntnissen im Kampf gegen die Diskriminierung von Muslimen bleibt“.

dpa/dtj