Griechenland wolle eine weitere mögliche Migrationswelle stoppen, sagte der griechische Minister für Bürgerschutz Michalis Chrysochoidis im Staatsfernsehen. Foto: Ministry of Citizen Protection

Die griechischen Streitkräfte und die Polizei wollen einen möglichen Migrantenzustrom aus Afghanistan an den Grenzen des Landes zur Türkei stoppen.

„Unser Beschluss ist, unsere Grenzen zu schützen und zu sichern“, sagte der griechische Minister für Bürgerschutz Michalis Chrysochoidis nach einer Inspektion der Grenzregion mit der Türkei am Fluss Evros (türkisch: Meriç). Die Grenze ist zugleich eine Außengrenze der EU.

Griechenland hat in den vergangenen Monaten – neben einem bereits vorhandenen elf Kilometer langen Zaun – an seichten Stellen des Evros weitere 27 Kilometer Zaun aus Stahl und Zement gebaut. Zudem wird der Grenzfluss mit Thermalkameras, Drohnen und einem Luftschiff der EU-Grenzschutzagentur Frontex überwacht. Patrouillen von Frontex und der griechischen Sicherheitskräfte kontrollieren diese Region.

Auch Ägäis unter Beobachtung

Auch die Seegrenzen zwischen der türkischen Ägäisküste und den griechischen Inseln werden überwacht. Vielfach werden Migranten daran gehindert, aus der Türkei auf die griechischen Inseln überzusetzen. Athen bestreitet, dass dies illegale Rückführungen (Pushbacks) seien.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise vor sechs Jahren in der Ägäis waren binnen eines Jahres mehr als 850.000 Migranten aus der Türkei nach Griechenland und damit in die EU gekommen. Der Großteil dieser Menschen reiste dann nach Deutschland weiter. Seit Jahresbeginn und bis zum 15. August sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) gut 4700 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen. 45 Prozent stammen aus Afghanistan.

dpa/dtj