Nach zweitägigen Syrien-Gesprächen in der russischen Stadt Sotschi veröffentlichten die drei Länder am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung. Foto: mid.ru

Russland, die Türkei und der Iran haben Israel aufgefordert, seine Angriffe im Bürgerkriegsland Syrien zu stoppen. Die Gespräche über eine neue Verfassung für das Land halten derweil an.

Nach zweitägigen Syrien-Gesprächen in der russischen Stadt Sotschi veröffentlichten die drei Länder am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung. Darin heißt es, die Angriffe seien eine Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität in der Region. Zudem wurden sie als Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichnet.

Erst am Montag trafen israelische Raketen Militärposten syrischer Regierungstruppen und pro-iranischer Milizen. Dabei gab es mindestens neun Todesopfer. Israels Luftwaffe greift regelmäßig Ziele im benachbarten Syrien an. Israel will dort den militärischen Einfluss des Irans zurückdrängen, der mit der Regierung in Damaskus verbündet ist. Teheran sieht in Israel einen Erzfeind.

Oppositionspolitiker kritisiert Russland

Russland, die Türkei und der Iran warnten zudem vor Einmischungen aus dem Ausland in die Gespräche über eine neue Verfassung für Syrien. Die Arbeit sollte „vom Wunsch nach Kompromissen und konstruktiven Gesprächen und ohne von außen auferlegte Fristen“ geleitet sein. Nur so könne eine Zustimmung aller Mitglieder des Ausschusses erreicht werden. Damit das Gremium sein Mandat erfüllen könne, müssten grundlegende Verfahrensregeln eingehalten werden.

Die Gespräche über eine neue Verfassung waren zuletzt erheblich ins Stocken geraten. Nach Ansicht von Aiman al-Asimi, dem Sprecher der Oppositionsdelegation, waren die Beratungen in Sotschi die letzte Gelegenheit, den Verfassungsausschuss voranzubringen. Er kritisierte dabei zugleich die Haltung Russlands und sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Russen üben nicht genug Druck auf das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aus.“

Russland und der Iran unterstützen in dem Konflikt die syrische Regierung. Die Türkei wiederum ist mit der Opposition verbündet. Die drei Länder organisieren seit 2017 Gespräche über den Syrien-Konflikt. Der Verfassungsausschuss hatte im Herbst 2019 in Genf seine Arbeit aufgenommen. In dem Gremium sitzen unter Leitung der UN Vertreter von Regierung, Opposition und Zivilgesellschaft.

dpa/dtj