Die Erkrankung Parkinson gilt als unheilbar. Doch es gibt Möglichkeiten die Symptome zu lindern. Die 74-jährige Nancy van der Straeten aus Antalya zeigt eindrucksvoll eine dieser Möglichkeiten auf.
Die achtfache Großmutter lebt in Antalya und besucht dreimal pro Woche den Boxverein. Screenshot: Tagesschau Facebook

Die Erkrankung Parkinson gilt als unheilbar. Doch es gibt Möglichkeiten, zumindest die Symptome zu lindern. Die in Antalya lebende 74-jährige Nancy van der Straeten zeigt eine davon eindrucksvoll auf.

Rund vier Millionen Menschen sind weltweit an Parkinson erkrankt. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Gehirns, wodurch die Bewegungsfähigkeit eines Menschen eingeschränkt wird. Diese Einschränkung nimmt im Laufe der Erkrankung immer weiter zu. Ähnlich wie Alzheimer gilt Parkinson als unheilbar.

Doch es gibt Wege, zumindest die Beschwerden zu lindern. Einen guten Weg zeigt derzeit Nancy van der Straeten auf. Die 74-Jährige ist an Parkinson erkrankt und lebt in Antalya. Von der Krankheit lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie legt sich deshalb dreimal pro Woche die Boxhandschuhe an und steigt in den Ring. Die achtfache Großmutter will körperlich fit bleiben.

Kaum vorstellbar war das auch für ihren Boxtrainer Muhammet Ali Kardaş, der sich in einem Interview noch ganz gut an ihren ersten Besuch im örtlichen Boxverein erinnert: „Sie kam mit einem Rücken, der war in einem Winkel von 90 Grad gekrümmt. Sie konnte nur noch auf den Boden schauen“, berichtet er. „Wir glaubten nicht, dass sie boxen kann. Aber sie hat uns allen gezeigt, dass wir irren“, so der junge Boxtrainer.

„Ich kämpfe gegen Parkinson, jeden Tag“

Van der Straeten ist gebürtige Belgierin und weiß, dass sie die Krankheit durch das Boxen nicht besiegen kann, aber: „Ich kämpfe gegen sie, jeden Tag.“ Heilen lässt sich Parkinson durch Boxen tatsächlich nicht. Aber es kann die Krankheit verlangsamen. Und genau das gelingt ihr anscheinend. Sie könne sich noch gut daran erinnern, wie sie am ersten Tag in den Boxverein gekommen sei. Da sei sie kaum die Treppe heruntergekommen, erzählt sie. Und jetzt könne sie tatsächlich wieder aufrechter gehen und brauche keine Krücken mehr.

Boxen ungewöhnlich, aber geeignet für Patienten

Forscher bestätigen die positive Wirkung vom Boxen gegen Parkinson-Symptome. Die Steigerung der Dopamin-Konzentration im Gehirn soll sich positiv auf das zentrale Nervensystem auswirken. Professor Andres Raabe, Direktor und Chefarzt der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Bern, erläutert in einem Zitat für ein Projekt zur Unterstützung von Parkinson-Patienten, wie das geht:

„Da besonders die Bewegung und Haltung von Parkinson-Patienten gestört ist, ist ein Training der Koordination und schneller Bewegungen fast schon ein direkter Kampf mit der Erkrankung. Boxen ist eine ungewöhnliche, aber sehr geeignete Sportart für diese Patienten. Es erhöht nicht nur den durch die Erkrankung erniedrigten Dopaminspiegel, sondern ist durch die besonderen Anforderungen an Koordination und Stabilität ein sehr gutes Training gegen Stürze und Unsicherheit, also die häufigsten Gründe für Verletzungen bei der Parkinsonkrankheit.“