Türkei Urlaub Corona Test
14.07.2020, Sachsen, Dippoldiswalde: Antonia Werthmann (l), THW-Helferin, lässt sich von einer Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Schutzkleidung anlässlich eines Pressetermins in einer mobilen Covid-19-Beprobungsstation mit einem Abstrichstäbchen testen. Die Station soll einen ortsungebundenen Test von Covid-19 Verdachtsfällen im Freistaat gewährleisten. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

An den Flughäfen in Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund haben am Samstag kostenlose Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten begonnen. Seit dem Morgen seien die Testzentren an den Airports Düsseldorf und Dortmund geöffnet, teilten Sprecher an den beiden Standorten mit. Diese sind von den Kassenärztlichen Vereinigungen und der Landesregierung eingerichtet worden.

An den vier NRW-Flughäfen landen derzeit wöchentlich gut 160 Flugzeuge mit schätzungsweise mehr als 15 000 Passagieren aus Gebieten, die derzeit vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet ausgewiesen sind. Zu diesen Gebieten gehörten am Samstag unter anderem die Türkei, Ägypten, Marokko und Israel.

Menschen, die aus Staaten mit hohem Infektionsrisiko nach Deutschland zurückkommen, sogenannten Risikogebieten, sollen sich dort testen lassen. Wer keinen negativen Test hat, muss wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne.

Die Tests sollen für sie kostenlos sein, auch wenn es vorher keine Anhaltspunkte auf eine Corona-Infektion gab. Die Kosten übernehmen Bund, Länder und Krankenkassen.

Eine rechtliche Verpflichtung für einen Corona-Test nach Rückkehr wurde zunächst nicht beschlossen. Das werde geprüft, erklärten die Gesundheitsminister. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sowie in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) forderten das am Freitag zumindest für Reisende aus Risikoländern. Faktisch ist dieser Personenkreis zum Test verpflichtet, will er eine Quarantäne vermeiden.

Verstärkte stichprobenhafte Kontrollen an Grenzen

Das gilt auch für Rückkehrer, die mit Auto, Bus oder Bahn aus Risikoländern einreisen. Im grenznahen Bereich soll es nach dem Willen der Minister „verstärkt stichprobenhafte Kontrollen mit der Möglichkeit der Erhebung von Personendaten“ geben. Das Bundesinnenministerium werde gebeten, hierbei mit der Bundespolizei zu unterstützen.

Tui-Chef: Türkei nicht mehr als Risikogebiet einstufen

Indes geht der Streit um die Reisewarnung weiter. Tui-Vorstandschef Fritz Joussen schlägt diesbezüglich einen Kompromiss vor. Die türkischen Urlaubsgebiete am Mittelmeer sollten von der allgemeinen Reisewarnung freigestellt werden, sagte Joussen der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Wir plädieren für einen pragmatischen Ansatz: Weil die Touristenregionen an der türkischen Riviera am Mittelmeer einen sehr hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard haben, sollte Deutschland für diese Ziele die Reisewarnung in einem Pilotprojekt aufheben“, führte der Manager aus.

Es gehe um „sehr weitläufige Urlaubsresorts“, nicht um die Städte. Joussen erinnerte daran, dass auch die Lockerungen für Mallorca schrittweise kamen: „Reisen nach Mallorca hat die Tourismusbranche auch mit einigen tausend Urlaubern in einem Pilotprojekt gestartet, bevor es allgemein in Spanien wieder losging.“

Mit Material von dpa