Ayasofya Hagia Sophia
ARCHIV - 05.12.2012, Türkei, Istanbul: Die Hagia Sopia, aufgenommen kurz nach Sonnenaufgang. Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat einem Bericht zufolge den Status des berühmten Gebäudes Hagia Sophia in Istanbul als Museum annulliert und damit den Weg zur Nutzung der einstigen Kirche als Moschee freigemacht. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Foto: picture alliance / Marius Becker/dpa

Nach der Gerichtsentscheidung zur Hagia Sophia hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan angeordnet, das Gebäude für das islamische Gebet zu öffnen. Die Leitung der „Hagia Sophia-Moschee“ werde zudem der Religionsbehörde Diyanet übergeben, steht in einem von Erdoğan unterschriebenen Beschluss, den er auf Twitter teilte. „Herzlichen Glückwunsch“, fügte der Präsident hinzu.


Zuvor hatte das Oberste Verwaltungsgericht den Status der einstigen Kirche als Museum annulliert und damit den Weg für eine Umwandlung zurück in eine Moschee freigemacht. Das Gericht begründete die Entscheidung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu damit, dass die Hagia Sophia Eigentum der von Sultan Mehmet II. gegründeten Stiftung sei. Dieser hatte die Kirche nach der Eroberung Konstantinopels 1453 in eine Moschee (Ayasofya Camii) umgewandelt.

Kritik aus Athen

Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni hat am Freitag die Umwandlung des Museums der Hagia Sophia in Istanbul in eine Moschee kritisiert. „Es ist eine Provokation für die zivilisierte Welt“, erklärte die Ministerin nach Angaben des griechischen Staatsradios. Dem türkischen Präsidenten Erdoğan warf sie vor, „sein Land sechs Jahrhunderte zurückzuführen“.  Auch der griechische Außenminister Nikos Dendias konnte der Entscheidung wenig abgewinnen. „Ich habe meine Kollegen in der EU über die Provokation für die Weltkultur informiert“, erklärte er per Twitter.

dpa