Hauptstadt von Estland, Tallin

In der Krise mit der Türkei will das derzeitige EU-Vorsitzland Estland den Gesprächsfäden nicht abreißen lassen. «Es liegt im Interesse Estlands und der EU, einen Dialog mit der Türkei aufrechtzuerhalten und zu entwickeln», sagte Außenminister Sven Mikser nach einem Treffen mit dem türkischen Europaminister Ömer Celik am Donnerstag in Tallinn. Der Verschlechterungen auf dem Gebiet der Menschenrechte und der Medien- und Redefreiheit würfen  jedoch viele Fragen auf. Als Beitrittskandidat werde von der Türkei erwartet, zügig positive Schritte zu unternehmen, sagte Mikser.

Estland gehöre weiterhin zu den Mitgliedstaaten, die eine Erweiterung der EU unterstützten. In der Staatengemeinschaft bestehe aber kein Konsens über die Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen mit Ankara,  hieß es in einer Mitteilung der Außenamts in Tallinn.

Das Verhältnis zwischen der EU und der Türkei ist seit längerem angespannt und steht auch auf dem Programm des EU-Gipfels am Donnerstag und Freitag in Brüssel. Besonders die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara haben sich deutlich verschlechtert. Für die im Wahlkampf entstandene deutsche Position, die Beitrittsverhandlungen abzubrechen, gibt es aber keine Mehrheit in der EU.

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dpa