Die Euro-Skulptur an der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt (Hessen) ist am 10.04.2013 mit einem Verwischeffekt aufgenommen.

„Wir wollen bis Ende 2019 im mittleren Management 35 Prozent und im oberen Management 28 Prozent qualifizierte Frauen haben„, sagte EZB-Direktor Jörg Asmussen. Dem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge fasste das EZB-Direktorium einen weitreichenden Beschluss. Derzeit liegt die Quote dort bei 17 Prozent und im oberen Management gar nur bei 14 Prozent.

Asmussen betonte dazu, dass mit der Öffnung der Managementstrukturen ein weitreichender Mentalitätswandel einhergehen müsse. Gerade bei den männlichen Führungskräften müsse es ein Umdenken geben, denn an weiblichen Potenzialen mangele es der EZB nicht. Es sei eine große Chance, die sich den „hochqualifizierten Fachkräften“ der EZB biete.

Nun könnten Frauen, denen es oftmals aufgrund ihres Geschlechts nicht möglich gewesen sein soll, höher aufzusteigen, die Quote nutzen, um ihren Leistungen und Qualifikationen entsprechend besser im Topmanagement Fuß fassen zu können. Eine große Chance sei hierbei der bereits lange geplante und nun endlich forcierte Aufbau der europäischen Bankenaufsicht mit vielen neuen Spitzenjobs. Bisher wurde die Bankenaufsicht vernachlässigt, jetzt soll sie ein neues Gesicht kriegen.

Bisher schafften es nur wenige Frauen in die oberen Ränge der Notenbanken. Unter den 14 Direktorenposten in der EZB-Zentrale in Frankfurt am Main gibt es nur zwei Frauen. Dem EZB-Rat gehörten seit seiner Gründung nur zwei weibliche Mitglieder an. Heute sitzen in dem Gremium, das maßgeblich die Euro-Politik bestimmt, 23 Männer, aber keine einzige Frau.

Trotz der ernüchternden Tatsache, dass Frauen im Topmanagement bisher nicht berücksichtigt wurden, scheint die Zukunft für Frauen in Führungspositionen allgemein besser zu werden. Um Frauen bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen, startet in Kürze zudem ein von der EZB speziell für weibliche Führungskräfte entworfenes Mentoring-Programm.