03.02.2021, Türkei, Ankara: Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, spricht zu den Mitgliedern seiner Regierungspartei AKP per Videoübertragung. Foto: Uncredited/Turkish Presidency/AP/dpa

Am Sonntag löste der Tod von 13 Türken, die zuvor in der Hand der PKK gewesen sein sollen, große Trauer in der Türkei aus. Am Tag danach wurde Kritik an den grenzübergreifenden Militäreinsätzen der türkischen Armee laut.

Nach dem Tod von 13 entführten Türken im Nordirak hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sich gegen Kritik an Militäreinsätzen seines Landes verwahrt. Nach dem „Blutbad“ könne weder ein Land noch eine Person oder Institution „die Operationen der Türkei im Irak und in Syrien hinterfragen, kritisieren und sich gegen sie stellen“, sagte Erdoğan am Montag bei einer Rede in der Schwarzmeerprovinz Rize. Sein Land werde weiter gegen die PKK vorgehen. Die „Terroristen“ seien weder im Nordirak noch in Syrien sicher.

Die Türkei hatte am Mittwoch in der nordirakischen Provinz Dohuk einen großangelegten Militäreinsatz gegen die PKK begonnen. Am Sonntag hatte das türkische Militär die Leichen von 13 entführten Türken, darunter Soldaten und Polizisten, im Nordirak gefunden. Ankara wirft der PKK vor, die Gefangenen exekutiert zu haben. Die PKK weist das zurück und erklärte, sie seien durch türkische Bombardierungen und Gefechte ums Leben gekommen. Der Präsident erklärte sie zu Märtyrern und drückte den Angehörigen sein Beileid aus.

Einsatz hatte offenbar das Ziel, entführte Türken zu befreien

Wie nun bekannt wurde, hatte der Einsatz auch das Ziel, von der PKK entführte Türken zu befreien. Erdoğan sagte, die Getöteten hätten sich fünf beziehungsweise sechs Jahre als Geisel in den Händen der PKK befunden. Man habe die Entführten retten wollen, sei aber nicht erfolgreich gewesen.

Den USA warf Erdoğan erneut vor, „Terroristen“ zu unterstützen. Gemeint ist damit die Unterstützung der USA für die syrische Kurdenmiliz YPG. Für die Türkei ist die YPG der syrische Ableger der PKK und damit eine Terrororganisation. Die USA und Europa betrachten nur die PKK als Terrororganisation. Die YPG dagegen ist in Syrien ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Die Türkei ist bereits mehrmals militärisch gegen die PKK im Irak und die YPG in Syrien vorgegangen. Die jüngste Militäroperation im Irak hatte Ankara auch mit Selbstverteidigung begründet.

dpa/dtj