Der Sommer ist endlich da und viele sind gerade bei der Urlaubsplanung. Während es einige an Strand und Meer verschlägt, bevorzugen es die anderen historische Städte zu besuchen. Vor allem die Türkei ist für ihr kulturelles Erbe bekannt. Hier sind unter anderem fünf Orte, die man bei dem nächsten Besuch in Urfa auf keinen Fall versäumen darf.

Die meisten kennen die Provinz unter dem Namen Urfa, doch ihr eigentlicher Name lautet Şanlıurfa und ihr antiker Name Edessa. Die südostanatolische Provinz grenzt im Süden an Syrien. Der Zusatztitel şanlı (zu deutsch ruhmreich) wurde der Provinz und der gleichnamigen Hauptstadt im Jahr 1983 verliehen, da er an den Widerstand gegen die französische Besatzung im türkischen Befreiungskrieg erinnern soll. Neben dem guten Essen, wofür ohne Zweifel die ganze Türkei berühmt ist, denkt man bei der Provinz Urfa direkt an den Balıklıgöl (deutsch Fischteich). Im folgenden einige nennenswerte Sehenswürdigkeiten und Persönlichkeiten, für welche die Provinz bekannt ist.

Balıklıgöl (Fischteich)

Balıklıgöl ist ein künstlicher Teich südwestlich des Stadtzentrums Şanlıurfa. Eine weitere Bezeichnung lautet Teich des Abraham. Dieser ist etwa 150 x 25 m groß. Nach islamischer Vorstellung soll der Balıklıgöl Richtstätte des Propheten Abrahams sein. Im Koran wird erwähnt, dass König Nimrod den Propheten Abaraham auf dem Scheiterhaufen verbrennen wollte, doch Gott verwandelte das Feuer in Wasser und das brennende Holz in Karpfen. Aus diesem Grund dürfen die Karpfen im Teich nicht gegessen werden, da sie als heilig gelten. Zu dem Komplex gehören die Halil-Rahman-Moschee, die Rizvaniye-Moschee, der Gölbaşı-Garten und die Geburtshöhle Abrahams. Der Balıklıgöl ist mit einem weiteren Teich, dem Ayn-i Zeliha Gölü, verbunden. Dieser ist nach der Tochter Nimrods, Zeliha, benannt, die an den Propheten Abraham glaubte und mit ihm ins Feuer gehen wollte.

Göbekli Tepe (bauchiger Hügel)

Göbekli Tepe, zu deutsch bauchiger Hügel, ist ein prähistorischer Fundortauf einem 750 Meter hohen Bergzug. Hierbei handelt es sich um einen Hügel (Tell), der durch wiederholte Besiedlung entstanden ist. Er erreicht eine Höhe von 15 Metern und hat einen Durchmesser von rund 300 Metern. Seit den 1990er Jahren wird er als Langzeitprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts ausgegraben. 1963 war der Hügel von dem amerikanischen Archäologen Peter Benedict als steinzeitliche Stätte identifiziert worden. Außerdem befinde sich dort auch ein muslimischer Friedhof. Dies könnte ein Grund dafür gewesen sein, warum diesem Ort erst sehr spät Beachtung geschenkt wurde, da muslimische Friedhöfe für Archäologen als Tabuzone gelten. Die Funde des Göbleki Tepe können im archäologischen Museum von Şanlıurfa besichtigt werden. Darunter befindet sich unter anderem eine Steinplatte mit der Darstellung eines Tiers im Hochrelief, welches an ein Reptil erinnert. Außerdem wurden Darstellungen von Tierköpfen sowie Masken mit menschlichen Zügen, die als Teil eines Totempfahls interpretiert wurden, gefunden. Die Mehrheit der Funde besteht allerdings aus steinzeitlichem Werkzeug aus Feuerstein.

Göbekli Tepe dha

Die schwarze Rose von Halfeti

Aus der Stadt Halfeti in Şanlıurfa kommt die wunderschöne seltene schwarze Rose her. Die Einwohner von Şanlıurfa züchten diese schwarzen Rosen und verkaufen sie an Touristen. So wunderschön diese Rosen auch sind, so können sie nicht von Touristen mitgenommen werden. Zwar dürfen sie die Rosen selbstverständlich kaufen, doch sobald die Rose gepflückt wird und woanders erneut eingepflanzt wird, verändert diese ihre Farbe. Sie verwelkt und ändert ihre Farbe von schwarz zu rötlichen Tönen. Der Bürgermeister von Halfeti kündigte im Jahr 2013 an, in der Stadt ein “Schwarze-Rose-Festival” zu veranstalten, an dem sich die Touristen aus aller Welt an diesen seltenen Rosen satt sehen können.

Sumatar

Sumatar war eine Wasserstelle und Residenz von Staathaltern der Regenten von Edessa. Erhalten sind unter anderem Reste von sieben Gebäuden, die möglicherweise ein aus mehreren Gestirnstempeln bestehendes Planetenheiligtum der Religionsgemeinschaft der Sabier darstellen. Sie wurden von dem britischen Semitist Judah Benzion Segal den Gestirngottheiten Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond zugeordnet.

Harran

Harran war eine große antike Stadt in Obermesopotamien in der Provinz Urfa. Sie ist berühmt für die “Bienenstock”-Lehmhäuser, die ganz ohne Holz gebaut worden sind. Im inneren der Häuser ist es angenehm kühl. Sie bestehen seit über 3000 Jahren und wurden nicht verändert. In Harran wurde auch die erste Madrasa, die älteste Universität der islamischen Welt, gegründet. Sie galt als das Zentrum für Astronomie und Alchemie. 1187 wurde die Moschee in Harran durch Sultan Saladin ausgebessert, die allerdings 1260 von den Mongolen zerstört wurde.

Harran'daki defile goz kamastirdi

Said Nursî (in Urfa gestorben)

Said Nursî galt als einer der bedeutendesten religiösen Persönlichkeiten der Türkei. Er wurde um 1876 in der heutigen Provinz Bitlis als Sohn kurdischer Eltern geboren. Bereits mit neun Jahren begann er der religiösen Ausbildung in Medresses und Tekkes nachzugehen. Ihm wurde der Titel Bediüzzaman („der Einzigartige der Zeit“) zugeschrieben. Sein Wunsch war es in Urfa zu sterben. Aus diesem Grund reiste er zwei Tage vor seinem Tod (23. März 1960) dort hin, wo er hunderte von Besuchern empfing. Sein Leichnam wird bis heute an einem unbekannten Ort aufbewahrt.

İbrahim Tatlıses

Der bekannte Sänger İbrahim Tatlıses stammt ebenfalls aus Şanlıurfa. Er hat arabische und kurdische Wurzeln und ist unter anderem vor allem für seinen Song “Bulamadım” (Ich habe (sie) nicht gefunden) bekannt. Von seinen Fans wird er Ibo genannt, doch sein Künstlername lautet „Tatlıses“, was „Süße Stimme“ bedeutet. Bei den Parlamentswahlen im Juli 2007 hatte sich İbrahim Tatlıses in seiner Heimatstadt zur Wahl gestellt. Im Jahr 2011 wurde bei seiner eigenen TV-Show ein Attentat auf ihn ausgeübt und er musste aufgrund eines Schusses in seinem Kopf mehrfach operiert werden.